Hiro Arikawa wurde international mit dem Roman Satoru und das Geheimnis des Glücks bekannt. Dieser bereits 2017 in Deutschland veröffentlichte Roman erzählt von der Streunerkatze Nana, die mit Hilfe des todkranken Satoru ein neues Zuhause finden soll.
Erst neun Jahre später erscheint mit Die Reisenden der Hankyū-Bahn nun ein weiterer Titel der Autorin, dieses Mal aus ihrem Frühwerk: Bereits 2008 wurde der Roman in Japan veröffentlicht und direkt zum Bestseller, sodass er 2011 auch eine Verfilmung erhielt.
Die Hankyū-Bahn, in der sich Arikawas Roman abspielt, gibt es tatsächlich. Gemeint ist die Hankyū Imazu Line zwischen Nishinomiya und Takarazuka. In der kleinen, charakteristisch roten Regionalbahn kommen unterschiedlichste Charaktere zusammen und treten miteinander in Interaktion. Aus Zufallsbekanntschaften ergeben sich so neue Beziehungen: Eine andere junge Frau nimmt einen unvoreingenommenen Rat einer Fremden an und kann sich endlich von ihrer Beziehung los sagen.
Der Roman ist in einzelne Kapitel aufgeteilt, die jeweils nach den Stationen der Hankyū Imazu Line benannt sind. Mit jeder Station steigen neue Fahrgäste zu oder aktuelle Fahrgäste aus. Auch die Erzählung bewegt sich in einem ähnlichen Rhythmus und wirft einzelne kurze Schlaglichter auf einen Fahrgast, um anschließend zum nächsten Fahrgast zu schwenken.
Auf den insgesamt 224 Romanseiten darf man deshalb keine besondere Erzähltiefe erwarten. Die Reisenden der Hankyū-Bahn ist daher eher eine kleine Lektüre für zwischendurch für alle, die Feel-Good-Literatur aus Japan lieben.
Ob der Roman auch für Eisenbahnfans ein Lesetipp ist, lässt sich schwieriger beurteilen. Der Fokus des Romans liegt eindeutig auf den – hauptsächlich romantischen – Beziehungen der Fahrgäste der Hankyū-Bahn und weniger auf den Gegebenheiten darumherum. Da aber auch die einzelnen Stationen Erwähnung finden, ist der Roman trotzdem ein schöner Reisebegleiter für alle, die selbst gerne einmal die Strecke befahren möchten.




















