Manchmal fühlt sich Mio wie eine Schildkröte. In solchen Momenten greift sie nach ihrem roten Wollschal, den ihre verstorbene Großmutter einst von Hand für sie gewebt hat. Mio wickelt sich fest in den Schal ein, verkriecht sich in ihrem Bett und versucht zu vergessen, dass sie in der Schule gemobbt wird.
So weit wir auch gehen iist die Romanfassung des bereits 2010 in Deutschland veröffentlichten Kinofilms Still Walking. Rund zehn Jahre später erscheint der Roman im Iudicium Verlag mit einem äußerlich eher unscheinbaren Cover, das der Atmosphäre des Buches kaum gerecht wird.
Jun’ichirō Tanizaki zählt zu den bedeutendsten japanischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Der 1886 in Tokio geborene Autor erlebte das Große Kantō-Erdbeben von 1923, den Zweiten Weltkrieg und die tiefgreifende Modernisierung Japans aus nächster Nähe. Sein Werk bewegt sich daher immer wieder im Spannungsfeld zwischen japanischer Tradition und westlicher Moderne.
Mit Wiedersehen im Kamelienhaus setzt Tabea Bach die Geschichte um der 26-jährigen Lucy fort, die eine Kamelienöl-Kooperative in Japan leitet.
Zwischen seinen umfangreichen Romanen veröffentlicht Murakami immer wieder auch Kurzgeschichtensammlungen. Erste Person Singular enthält acht Erzählungen, die – dem Titel entsprechend – allesamt als Ich-Erzählungen angelegt sind und überwiegend ähnliche Themen aufgreifen:
Neben Samurai, Kimono und Ikebana gehört die japanische Teezeremonie wohl zu den zentralen Elementen, die auf keiner Aufzählung zur „japanischen Kultur“ fehlen dürfen.
Das Gelbe Haus erreichte 2025 nicht ohne Grund Platz 5 der Spiegel-Bestsellerliste. Der Roman ist so eindrucksvoll erzählt, dass ich ihn unter den Neuerscheinungen japanischer Literatur des Jahres 2025 sogar auf Platz 1 setzen würde.
In Japan dauerte es erstaunliche acht Jahre, bis mit diesem Roman die lose Fortsetzung von Die Katze, die von Büchern träumte, veröffentlicht wurde. Der vorliegende zweite Teil, der auch vollkommen unabhängig vom ersten Teil gelesen werden kann, greift die bisherigen Erfolgselemente wieder auf: Eine Bibliothek, eine Katze, viele Bücher und ein mutiges Kind, das sich dem Bösen entgegenstellt.
Bereits Asako Yuzukis Deutschlanddebüt Butter stach durch seine besondere Perspektive auf weibliche Rollenbilder in der japanischen Gesellschaft aus den Neuerscheinungen des Jahres 2022 hervor. Auch Tokyo Girls Club ist wieder ein ungewöhnlicher Roman, der ein Porträt von Frauen in ihren Dreißigern zeichnet, die ihren Platz in der Gesellschaft finden müssen.
Hiro Arikawa wurde international mit dem Roman Satoru und das Geheimnis des Glücks bekannt. Dieser bereits 2017 in Deutschland veröffentlichte Roman erzählt von der Streunerkatze Nana, die mit Hilfe des todkranken Satoru ein neues Zuhause finden soll.
Japan ist derzeit ein beliebtes Reiseziel. Dies fällt mir vor allem auf der Arbeit auf, wenn wieder ein weiterer Kollege davon spricht, dass er seinen Urlaub in Japan verbringen wird.
Japanliteratur.net stellt nicht nur Bücher aus, sondern auch über Japan vor. Die Teestunden gehört dabei zu den Romanen, bei denen der Japanbezug insgesamt nur einen Teil ausmacht; dennoch soll er hier der Vollständigkeit halber vorgestellt werden.