Das Museum der Stille

Das Museum der Stille



Originalausgabe:
沈黙博物館 Chikuma Shôbo 2000

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe und Kimiko Nakayama-Ziegler:
Aufbau
352 Seiten
ISBN: 9783746630069

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Was bleibt, wenn ein Mensch stirbt? Das Museum der Stille, das sich in der Nähe eines kleinen Dörfchens befindet, hat es sich zum Ziel gesetzt, Erinnerungsstücke zu sammeln, die an Tote Menschen erinnern.

Die Handlung des Buches zu beschreiben wird schon dadurch erschwert, dass die Figuren alle keine Namen tragen. Die „Chefin“ des Museums, eine alte, sehr störrische Frau, lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter auf einem großen Anwesen. Um ihre Idee vom Museum der Stille zu verwirklichen, stellt sie den Erzähler an.

Der Erzähler zieht also aus einer nicht näher definierten Heimat in das kleine Dorf der Alten, das ein wenig ans Ende der Welt erinnert. Wo es liegt, lässt sich einfach nicht bestimmen, nur so viel lässt sich sagen: Es gibt einen Springbrunnen, einen Laden für Ziereier und ein Kloster in der Nähe, in dem Mönche in vollkommenem Schweigen leben. Früher gab es zudem eine Steuer, die sich nach der größe der Ohren richtete (Ohren spielten in Liebe am Papierrand ja auch schon eine wichtige Rolle).

Der namenlose Protagonist ist nun damit beschäftigt, immer wenn jemand stirbt ein Erinnerungsstück zu stehlen. Beim toten Chirurgen ist das zum Beispiel das Messer, mit dem er den Leuten die Ohren verkleinert hat, damit sie der Steuer entgehen konnten. Die Erzählung scheint nahezu ereignislos. Auch die plötzliche Explosion einer Bombe im Dorf bringt nur für kurze Zeit Unruhe, dann geht alles seinen gewohnten Gang.

Positiv betrachtet ist dieser Roman ruhig, negativ könnte man ihn als handlungs- und spannungsarm bezeichnen. Auch Banana Yoshimotos Erzählungen gelten oft als ruhig und ein wenig langweilig, Ogawa steigert dies aber nochmal. Wenn man sich auf das Museum der Stille voll einlässt und bis zum Ende durchhält, erschließt sich dafür eine eigensinnig magische Welt. Der Roman wird dann selbst zu einem Museum, in dem man reine Stille erleben kann.

Fazit

Die wundervolle Ruhe dieses Buches kann ganz schnell umschlagen in Langeweile.

Verfasst am 10. September 2011 von

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