Unweit des bekannten Tokioter Einkaufsviertels Ginza liegt in einer ruhigen Nebenstraße das Schreibwarengeschäft Shihodo. Der Ladeninhaber Ken Takarada berät seine Kunden nicht nur bei der Auswahl von Schreibutensilien, sondern stellt ihnen auch einen Raum zur Verfügung, in dem sie ihre Briefe verfassen können.
Der kleine Laden des Herrn Takarada ist ein typischer japanischer Wohlfühlroman, wie sie derzeit zahlreich auf dem deutschen Buchmarkt erscheinen: Eine ruhige Erzählweise, ein aus der Zeit gefallener Laden sowie ein Ladeninhaber, dem die Zufriedenheit seiner Kunden wichtiger ist als jeglicher Profit, sorgen für Wohlfühlatmosphäre.
Ebenfalls üblich für das Genre ist die Unterteilung des Romans in einzelne Kapitel. Jedes Kapitel erzählt die Geschichte eines Kunden, der ein Problem hat, das er mit Herrn Takaradas Hilfe löst.
Den heilenden Part nimmt dabei das Schreiben ein. Anders als in dem in Japan bereits sechs Jahre zuvor erschienenen Wohlfühlroman Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen ist es jedoch nicht Herr Takarada, der für die Kunden Schriftstücke verfasst. Vielmehr bietet er ihnen bei einer Tasse Tee Zeit und Raum, ihre Briefe und Gedanken selbst zu Papier zu bringen.
Auch das Material, das zum Schreiben verwendet wird, spielt eine große Rolle. So heißen die Kapitel „Füller“, „Organizer“, „Notizbücher“, „Postkarten“ und „Memoblocks“.
Wer kleine, ruhige Wohlfühlgeschichten mit einem guten Ende sucht, wird mit diesem Roman definitiv fündig. In Japan sind in der Serie bereits sechs Bände erschienen. Vielleicht schaffen es auch weitere Teile nach Deutschland.



















