Von Haruki Murakami gelobt und für die deutsche Ausgabe mit einem provokanten Titel versehen, weckt dieser rund 500 Seiten starke Roman von Mieko Kawakami große Erwartungen.
„Sommergeschichte“ ist der Originaltitel des Romans, der auch sehr sommerlich beginnt. Makiko besucht mit ihrer Tochter Midoriko ihre jüngere Schwester Natsuko in Tokio. Ganz unbeschwert ist das Familientreffen nicht, denn die beiden Schwestern leben in nicht gerade wohlhabenden Verhältnissen: Während Makiko als Hostesse jobbt, versucht sich Natsuko an ihrem ersten Roman.
Allen drei Frauen der Familie ist gemein, dass sie ein Problem mit ihrem Körper haben. Makiko wünscht sich eine Brust-OP, um dem Alterungsprozess entgegenzuwirken, Midoriko ist von der Pubertät überfordert und Natsuko schließlich ist asexuell und stellt in Frage, ob sie überhaupt eine „richtige“ Frau ist.
Der Roman unterteilt sich in zwei große Abschnitte. Während der erste Abschnitt zunächst durchaus kurzweilig vom Familientreffen der drei Frauen erzählt, kommt es im zweiten und deutlich längeren Abschnitt zu einem Bruch. Im Mittelpunkt steht nun allein Natsuko, ihre schriftstellerische Karriere und ihr Kinderwunsch, dem ihre Asexualität entgegensteht.
Natsuko durchdenkt alle Szenarien, die einer Frau mit Kinderwunsch in der japanischen Gesellschaft noch bleiben, wenn sie unverheiratet und nicht besonders wohlhabend ist. Insbesondere die Thematik der Samenspende nimmt einen großen Teil des Romans ein.
Ohne Zweifel ist Brüste und Eier mit seinem Einblick in Rollen- und insbesondere Frauenbilder in der japanischen Gesellschaft ein durchaus interessanter Roman. An einigen Stellen hat er jedoch auch Längen, die man aushalten muss. Dann wird man allerdings mit einem tiefen Einblick in ein Problemfeld belohnt, das zwar aus japanischer Sicht geschildert wird, in vielem aber dennoch universell sein dürfte.






















