Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

世界から猫が消えたなら

C. Bertelsmann , Seiten, ISBN:978-3-570-10335-7

Originalausgabe: Magazine House 2012
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Ein Mann ist todkrank und wird vor die Entscheidung gestellt: Er darf weiterleben, wenn dafür alle Katzen von der Welt verschwinden. Was bei einem Buch dieses Formates daraufhin passiert, ist eigentlich schon klar.

Klar ist vor allem aber auch die Geschichte des mit knapp 200 Seiten sehr dünnen Buches: Ein Mann erfährt, dass er sterben muss. Der Teufel erscheint und schließt mit ihm einen Pakt. Für jeden Tag, den er weiterleben darf, lässt der Teufel etwas komplett von der Welt verschwinden. All dies verrät der Klappentext schon vorweg. Ungefähr zwei Drittel des Buches wird erzählt, wie Telefone, Kinos und Uhren verschwinden, dann wählt der Teufel die Katzen aus.

Der Protagonist, dessen Mutter an einem Tumor gestorben ist, hängt sehr an seiner Katze, da sie die letzte Verbindung zu seiner Familie ist. Die letzte Spannung für alle, die das Buch noch nicht gelesen haben, bleibt nun nur noch, wie er sich entscheiden wird.

Abgesehen davon ist die Handlung ganz nett, aber nicht wirklich beeindruckend. Gespräche mit alten Bekannten, Reflexionen über den Sinn des Lebens und zuletzt eine Aussöhnung. Die Handlung bleibt eher farblos. Auch die Experimente, was die Welt ohne Telefon oder Uhren wären, werden nicht so richtig bis ins Detail durchgespielt und bleiben auch recht langweilig. Hier gibt es doch durchaus interessantere Dinge, die man verschwinden lassen könnte – oder die vielleicht noch einen anderen Einfluss auf die Geschichte haben könnten. Es scheint fast, als wären diese Elemente alle nur die Vorbereitung auf das Verschwinden der Katze.

Das im letzten Jahr erschienene Buch Saturo und das Geheimnis des Glücks, das eine ähnliche Handlung hat, ist im Vergleich dazu deutlich inspirierender, interessanter, humorvoll und auch herzerwärmend. Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden ist zwar ganz rührig, bleibt aber leider im Vergleich doch etwas an der Oberfläche.

Ergänzung April 2019: Ähnlich wie auch in einem Kommentar erwähnt, ist die „Kritik“ an diesem Buch Kritik auf sehr hohem Niveau. Verglichen mit anderen Büchern, die sich mit diesem Thema beschäftigen, ist Genki Kawamuras Erzählung anrührend, ohne dabei kitschig zu wirken.

Verfasst am 27. April 2018 von

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
C. Bertelsmann 2018, Seiten, ISBN: 978-3-570-10335-7
Originalausgabe: Magazine House 2012
Fazit
Kein wirklich schlechtes Buch, für Katzenliebhaber gibt es aber noch bessere Alternativen.

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Bisher wurden keine weiteren Titel rezensiert.

Kommentare

  1. Was ist wichtig im Leben?

    Dieser Frage geht Genki Kawamura in seinem Roman mit dem neugierig machenden Titel nach.
    Ein Briefträger erfährt von seinem Arzt, dass er wegen eines Hirntumors nur noch ganz kurz zu leben hat. Er kann überhaupt nicht mit der Diagnose umgehen, hört dem Arzt nicht weiter zu und kommt irgendwie wieder bei sich zuhause an. Hier erwartet ihn in seiner Verzweiflung seine Katze Weißkohl und – der Teufel. Dieser macht ihm ein perfides Angebot. Er kann sein Leben um einen Tag verlängern, wenn er dafür sorgt, dass etwas von der Welt verschwindet. Was das ist, schlägt der Teufel vor. Er muss nur zustimmen. Es beginnt ganz einfach….

    Genki Kawamura hat das Thema „was ist Überfluss, was ist wirklich notwendig und – wie furchtbar wichtig bin ich selbst“ mutig angefasst. Nach jedem verlängerten Tag geht der Protagonist in sich und ist verzweifelt. Er denkt oft an die verpassten Gelegenheiten in der Vergangenheit. Aber er nutzt auch die erkaufte Zeit, um noch etwas gutzumachen.

    Der Autor hat den Roman in sieben Abschnitte (Tage) gegliedert und sehr flüssig in der Ich-Form geschrieben. Der Leser erlebt alles hautnah mit, alle Gedanken und Taten, als sei er der totkranke Briefträger.

    Ich mochte den wiederkehrenden Teufel, aber als Katzenfreund war ich auch rasch vernarrt in Weißkohl.

    Das Buch wurde aus dem Japanischen übersetzt von Ursula Gräfe und erscheint im Verlag C. Bertelsmann

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