Japan in Berlin

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Verfasst am: 19. September 2026 von

Die …in Berlin-Reihe von Axel Schwab gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren. In der neuesten Auflage für Berlin (Redaktionsschluss 21.05.2025) hat der Autor seine Restaurant- und Einkaufstipps aktualisiert und um neue Einträge ergänzt.

Das Besondere an allen Empfehlungen im Buch ist, dass Axel Schwab alle Restaurants und Läden persönlich getestet hat. Für das Buch nimmt er nur diejenigen Restaurants und Läden auf, die er grundsätzlich für empfehlenswert hält. Die Besprechungen zu den ausgewählten 40 Restaurants und 29 Läden sind somit durchweg positiv.

Da der Fokus dieser „Best of“-Auswahl auf Authentizität und Qualität liegt, sind die Restaurants tendenziell eher im gehobenen Bereich angesiedelt. Auch bei den Läden stehen eher hochpreisige Artikel im Vordergrund: Selbst hergestellte Misopaste für über 10 € für ein 200-g-Glas und Fahrräder aus Tokyo sind ebenso dabei wie natürlich Messer und Sake. Daneben werden aber auch eher günstige Läden wie Muji und Uniqlo genannt.

Einen „Japan-Reiseführer“ für ganz Berlin alleine zu aktualisieren, ist eine beachtliche Leistung. An einigen Stellen habe ich mich jedoch gefragt, ob das Buchformat so noch zeitgemäß ist. Auf der offiziellen Website finden sich aktuell lediglich Updates zu Neuauflagen, keine aktuellen Ergänzungen oder digitales Zusatzmaterial. So ist meine „aktuelle“, im Herbst 2026 gekaufte Auflage mit Stand Frühjahr 2025 bereits leicht veraltet. Mir fehlt beispielsweise die Empfehlung für den neu eröffneten Schreibwarenladen Maido Okini, dessen Angebot so in Deutschland einzigartig sein dürfte. Daneben hat inzwischen am Alexanderplatz auch der Supermarkt Japan Plaza eröffnet, der sich durch seinen besonderen Japanfokus mit angeschlossenem Imbiss von anderen Asia-Supermärkten abhebt.

Auch nicht mehr ganz zeitgemäß ist für mich persönlich die schlichte Gestaltung: Jede Seite enthält in der Regel einen Eintrag, der aus einem beschreibenden Text und Rahmeninformationen zum jeweiligen Laden besteht. Natürlich würden farbige Bilder das Buch gleich deutlich teurer machen und sicher den Print-on-Demand-Druck dadurch erschweren, letztlich muss ich aber beim Blättern im Grunde direkt zum Smartphone greifen und den Google-Maps-Eintrag aufrufen, um mir einen umfassenden Eindruck zu verschaffen und herauszufinden, ob ich das Restaurant oder den Laden wirklich besuchen möchte.

Ab diesem Punkt beginne ich dann auch unweigerlich direkt, mir weitere Rezensionen anzuschauen, denn die Beschreibungen im Buch sind doch recht knapp und konzentrieren sich meist auf die positiven Aspekte. So fehlt mir beispielsweise für das Café Mamecha, das wirklich guten Tee und Kuchen anbietet, der Hinweis, dass es dort zu Stoßzeiten und insbesondere am Wochenende sehr beengt und laut ist und man nur mit Glück einen Platz bekommt. Eventuell hat sich dies aber auch einfach erst in den letzten Jahren so entwickelt und wird deshalb vom Autor nicht erwähnt.

Ein weiteres Beispiel ist das Momiji: Es wird zwar für seine Takoyaki hervorgehoben, dass es aber daneben hervorragende, eher seltene Speisen wie Salmon Chazuke (Lachs auf Reis in Seetangbrühe), Kitsune Udon, Dengaku (Tofu mit hausgemachter Miso-Sauce) oder Yuzu Cheese-Cake anbietet – und das alles hausgemacht und ohne Convenience – wird nicht erwähnt. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass die Beschreibungstexte jeweils recht kurz sind und sich somit immer auf das Wichtigste fokussieren. Gerade dieses Beispiel zeigt aber, wie eine umfassendere Ergänzung mit Online-Material das Buch noch ein Stück aufwerten könnte.

Am Ende des Buches gibt es noch ein Verzeichnis nach Stadtteilen sowie persönliche Empfehlungen jeweils für Mittag- und Abendessen, zum Beispiel für vegane Ramen oder ein 6-Gang-Menü.

Insgesamt hatte ich mit dem Buch viel Freude, denn ich konnte es hervorragend als Ausgangspunkt nutzen, um einen Abend lang bequem von meinem Sofa aus „Japan in Berlin“ zu erkunden, Empfehlungen zu bekannten Restaurants abzugleichen und insbesondere neue Restaurants zu entdecken, die ich bei meinem nächsten Berlinaufenthalt besuchen werde. Sein Potenzial entfaltet das Buch für mich aber nur, wenn man es mit einem Tool wie Google Maps kombiniert.

Fazit
Ein empfehlenswerter Ausgangspunkt für Japanszene und Gastronomie in Berlin, der durch digitale Ergänzungen noch gewinnen könnte.

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