Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

Rezension vom: 17. Oktober 2014 von // Zuletzt aktualisiert: 23. August 2025

Kaum zu glauben, aber wahr: Im Jahr 1989 reist ein japanischer Ofenbaumeister nach Deutschland um dort – ausgerechnet in einem kleinen Dorf in Norddeutschland – den wohl ersten Amagasa-Tonofen auf europäischem Boden zu bauen. Diese wahre Begebenheit hat Christoph Peters in einen Roman umgesetzt.

Man merkt Peters seine Liebe zu Japan an. Schon der humoristische Roman Mitsukos Restaurant war eine Hommage an die japanische Kultur, vor allem aber dann, wenn sie mit deutscher Kultur zusammentrifft. Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln ist ähnlich aufgebaut: Eine ruhige und – das muss man hier deutlich sagen – keineswegs spektakuläre Handlung, ein paar Sprachverständnisse und eine Prise Humor ergeben ein feines Bild davon, was passiert, wenn Menschen aus so weit entfernten Ländern zusammentreffen:

„Normalerweise würde ich mir sagen, sie sind verrückt. Oder zumindest absolute Nervensägen: mit Ihrem Getue, den ganzen Regeln, von denen man nicht weiß, wozu sie gut sein sollen. Allein das Bohai, das um den Meister veranstaltet wird.“ (77)

Immer wieder schön zu lesen sind Bücher mit dieser Thematik von denen es inzwischen schon eine ordentliche Auswahl gibt. Und auch Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln enthält wunderbare Momente, wie etwa die, als Herr Yamashiro ins Krankenhaus eingeliefert wird und dort großes Chaos verursacht, als er sich seinen Mundschutz aufsetzt: Während er die anderen Patienten schützen will, weil er das Gefühl hat, dass bei ihm eine Erkältung heraufzieht, sind diese brüskiert darüber, dass der seltsame Gast von weither sich scheinbar vor ihnen ekelt.

Trotz solcher Momente ist die Handlung in Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln aber doch sehr speziell. Liest man es mit ein wenig Humor, ist es natürlich unterhaltsam, dass so ein besonderer Tonofen in Norddeutschland gebaut wird. Unter diesem Aspekt ist es auch interessant, wie Herr Yamashiro, der kein Wort Deutsch kann, die Arbeiten in Deutschland anweist. Schaut man genau hin, gibt die Geschichte aber nicht viel mehr her und dürfte deshalb wohl nur für eine beschränkten Kreis an Lesern – Tonspezialisten und Japanliebhaber – interessant sein.

Fazit
Humoristischer Roman für Japanliebhaber - für alle anderen ist die Thematik wohl zu speziell

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