Acht Millionen Wege zum Glück ist ein Buch, das sich nur schwer greifen lässt. Eines ist es jedoch ganz sicher nicht – auch wenn der Titel diesen Eindruck zunächst erwecken könnte: ein Ratgeber, der mithilfe japanischer Lebensweisheiten den Weg zum Glück verspricht.
Acht Millionen Wege zum Glück ist ein sehr persönliches Buch. Nach dem Tod ihrer Mutter beginnt sich die Autorin Hiroko Yoda intensiver mit Spiritualität auseinanderzusetzen. Dabei beschäftigt sie sich vor allem mit dem Buddhismus und dem Shintō. Gleichzeitig wird ihr bewusst, dass sie über den Shintō, obwohl er sie ihr Leben lang begleitet hat, eigentlich erstaunlich wenig weiß.
Ausgehend von dieser persönlichen Suche versucht Yoda, die Konstante des Shintō sowie viele weitere Gedanken und Konzepte, die sie auf ihrem spirituellen Weg begleitet und geprägt haben, in einer Mischung aus Essay, Sachbuch und autobiografischem Erfahrungsbericht zu vermitteln:
„Dieses Buch beschreibt eine persönliche Reise; es ist aber auch eine Kulturgeschichte und – hoffentlich – eine Art Wegweiser.“
Hiroko Yoda, Acht Millionen Wege zum Glück, E-Buch-Ausgabe
Hiroko Yoda stammt ursprünglich aus Japan, studierte später jedoch in den USA, wo sie auch ihren Mann kennenlernte und bis heute lebt. Dadurch kennt sie beide Perspektiven: die japanische Sicht auf Shintō und Buddhismus ebenso wie den westlichen Umgang mit Spiritualität.
Ihre Betrachtung dessen, was Spiritualität in Japan ausmacht, ist deshalb immer auch von dieser Außenperspektive geprägt. Gerade der Blick von außen ermöglicht es ihr, herauszuarbeiten, was sie an der japanischen Spiritualität als besonders und einzigartig empfindet.
Hiroko Yamadas Ausführungen bieten keine direkte Anleitung zum Glück:
„[…] ich selbst möchte weder Missionarin noch Guru sein. Für die Probleme dieser Welt habe ich keine Lösungen anzubieten.“
Hiroko Yoda, Acht Millionen Wege zum Glück, E-Buch-Ausgabe
Das macht die Lektüre einerseits sehr angenehm, andererseits fehlt dem Buch stellenweise eine klar erkennbare Richtung, sofern man sich konkrete Anregungen oder praktische Impulse erhofft. Statt Regeln, Anleitungen oder Ratschläge zu formulieren, schildert Hiroko Yoda persönliche Erlebnisse, Reflexionen und Erkenntnisse über die japanische Spiritualität und ihren eigenen spirituellen Weg.
Diese Mischung verlangt Aufmerksamkeit, Konzentration und vor allem ein ernsthaftes Interesse am Thema. Acht Millionen Wege zum Glück ist daher kein Buch, das ich Einsteigern empfehlen würde, die lediglich einen ersten Eindruck vom „japanischen“ Denken gewinnen möchten.






















