Das Rätsel der Schwarzen Lotusblüte

Das Rätsel der Schwarzen Lotusblüte



Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Neuhaus:
Bastei Lübbe
603 Seiten
ISBN: 978-3404921461

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Laura Joh Rowland

Sano Ichirô, der Sonderermittler des obersten japanischen Militärmachthabers, ermittelt in seinem sechsten Mordfall. Diesmal bekommt er es mit einer Sekte zu tun, die einen heiligen Krieg gegen das Tokugawa-Regime und seine Bürger plant.

Anfangs handelt es sich dabei wie immer um einen ganz normalen Mordfall: Drei Menschen werden in einem Haus auf dem Tempelgelände der Schwarzen Lotusblüte verbrannt. Die Untersuchungen ergeben, dass sie schon vorher tot waren. Als einzige Verdächtige kommt ein junges Mädchen infrage, dass sich an die Nacht nicht mehr erinnern kann.

Sano und Reiko geraten in einen Streit, da Reiko das Mädchen in Schutz nimmt. Beide gehen unterschiedliche Ermittlungswege und Reiko stößt schnell auf die dunklen Machenschaften der Sekte. Damit sich die Sekte ganz Japan Untertan machen kann, werden die Mitglieder einer Gehirnwäsche unterzogen und müssen in Tunneln, die unter der Stadt gegraben werden, Sklavenarbeit verrichten. Das Buch wäre natürlich kein typischer Rowland-Krimi, wenn dazu nicht noch Massenorgien kämen, bei denen sich aber nicht ganz erschließt, welchen Sinn sie für die Sekte haben sollen, wenn es doch das Ziel ist, vornehmlich Krieger für den Kampf gegen das bestehende Regime auszubilden.

Alles wirkt irgendwie konstruiert und unglaubwürdig. Warum sollte die Sekte einen Krieg gegen das Tokugawa-Regime führen, wenn sie ihre Leute doch in alle wichtigen Positionen im Staat eingeschleust hat? Warum wird Reikos Freundin Midori, die sich auf Spionage in den Tempel begibt, nicht, wie alle anderen auch, grausam getötet, als sie entdeckt wird? Warum werden die Leichen überhaupt verbrannt, wenn die Sekte die Möglichkeit hat, sie unterirdisch verschwinden zu lassen? Letztlich wird alles mit dem Fanatismus der Sektenmitglieder erklärt, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass manchmal einfach ein wenig Handlungslogik fehlt.

Von einem historischen Japankrimi ist dieses Buch also weit entfernt. Wer aber Spannung, Brutalität, eine Prise Erotik und leichte Berieselung bevorzugt, kann bei diesem Buch beruhigt das Gehirn ausschalten und sich von der Geschichte unterhalten lassen.

Fazit

Ein weiterer Roman von Rowland mit den üblichen Mängeln: Eine vollkommen stereotype, unglaubwürdige Handlung und nur wenig historisches Japan.

Verfasst am 27. Oktober 2011 von

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