Vertraute Fremde

Vertraute Fremde

遥かな町へ

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Verfasst am: 1. Juni 2011 von // Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

Als Hiroshi nach einer Dienstreise den Zug verwechselt, gelangt er zurück in seine Heimatstadt Tottori. Er war lange nicht dort, denn mit ihr verbindet er traurige Erinnerungen wie das mysteriöse Verschwinden seines Vaters, als er 14 Jahre alt war. Eine mysteriöse Kraft versetzt ihn zurück in die Vergangenheit und er bekommt die Chance, sein Leben noch einmal zu leben und das Auseinanderbrechen der Familie zu verhindern.

Was würdest du tun, wenn du dein Leben noch einmal Leben könntest? Diese Frage wird für Hiroshi auf einmal eine reale Möglichkeit, als er sich wieder im Körper eines 14-jährigen Jungen, wenige Monate vor dem Verschwinden seines Vaters, befindet.

Dass er sein Leben erneut leben kann, hat jetzt viele Vorteile: In der Schule beherrscht er den Unterrichtsstoff, seine Freunde kann er mit Rauchen und Motorradfahren beeindrucken und das hübscheste Mädchen der Klasse für sich gewinnen. Über dieses neue Leben, das er in volle Zügen genießt, vergisst er seinen Vater fast. Aber diesmal nimmt Hiroshi sich vor, ihn aufzuhalten und forscht deshalb in seiner Vergangenheit, denn jetzt leben seine Mutter und Großmutter noch, die er über die Familiengeschichte befragen kann.

Vertraute Fremde liest sich fast wie ein Zwilling von die Sicht der Dinge. Die Handlungen weisen viele Parallelen auf, so zum Beispiel wieder den ländlich-ruhigen Schauplatz Tottori, eine getrennte Familie, das Aufdecken von Familiengeschichte und die Auseinandersetzung damit, wer die Eltern überhaupt waren.

Taniguchi wendet wieder seine üblichen Mittel an, die seine Comics so lesenswert machen: ruhige, detailreiche Bilder, die nicht nur Personen, sondern auch die Umgebung zeigen. Die Themen sind ernst und traurig, aber zugleich nicht hoffnungslos. Am Ende setzt beim Protagonisten wie auch schon in die Sicht der Dinge Verstehen für andere Perspektiven ein, ein Verstehen, mit dem er die Vergangenheit akzeptieren kann.

Fazit
Taniguchi beschreibt mit gewohnter Qualität die Lebenskrise eines 48-jährigen Mannes und seine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und spricht damit vor allem erwachsene Leser an.

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