Sayonara, meine Bücher

Sayonara, meine Bücher

さようなら、私の本よ!

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Verfasst am: 3. Oktober 2011 von // Zuletzt aktualisiert: 9. März 2026

Der japanische Nobelpreisträger Kenzaburō Ōe kann auf eine inzwischen mehr als sechzigjährige Schriftstellerkarriere zurückblicken. Sayonara, meine Bücher, das derzeit aktuellste Buch von ihm in deutscher Übersetzung, befasst sich mit dem Altern und dem Abschied von der schriftstellerischen Arbeit.

Chōkō Kogito, ein alternder Schriftsteller, der biografisch vieles mit Ōe gemeinsam hat, fehlt nach einem längeren Krankenhausaufenthalt die Kraft zum Schreiben. Seine Frau schickt ihn zur Erholung in sein Ferienhaus in den Bergen, wo ein alter Freund zu seinem neuen Nachbarn wird.

Dieser Freund, Shigeru, hat lange als Architekt in den USA gelebt und plant nun gemeinsam mit einigen jungen Leuten einen Terroranschlag. Inspiriert von den Anschlägen vom 11. September wollen sie die Verwundbarkeit der Zivilisation demonstrieren, indem sie Hochhäuser sprengen. Kogito kommt bald hinter das Geheimnis und wird von Shigerus Gruppe unter Hausarrest gestellt. Der Hausarrest scheint ihn jedoch kaum zu stören: Angeregt durch die Aktionen der Gruppe kommt er auf die Idee, einen neuen Roman zu schreiben.

Kenzaburō Ōe ist dafür bekannt, dass seine Romane mit der Zeit an Komplexität zunehmen – nicht unbedingt durch Sprache oder Handlung, sondern vor allem durch die zahlreichen Bezüge. Das Buch enthält nicht nur Verweise auf andere Werke des Autors, sondern spielt auch ständig auf seine eigene Lebensgeschichte sowie auf Theorien anderer Schriftsteller und Intellektueller an.

Es ist nicht einfach, dieses komplexe Romangebilde vollständig zu entschlüsseln. Um dem Buch zumindest etwas abgewinnen zu können, ist es hilfreich, etwas über Ōes persönliche Hintergründe zu wissen und idealerweise auch den Roman Tagame vorab gelesen zu haben. Sayonara, meine Bücher ist kein Buch, das sich leicht erschließt oder einfach unterhält; es ist ein Werk, dessen Inhalt der Leser sich selbst erarbeiten muss.

Fazit
Ein komplexer Roman, der es voraussetzt, dass man sich zuvor bereits mit Ōes Werk vertraut gemacht hat.

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