Was passiert, wenn viele ältere, alleinstehende Frauen auf engem Raum zusammenleben, mit ihrem bisherigen Leben unzufrieden sind und viel Zeit haben? Sie beginnen, bei den anderen nach verborgenen Geheimnissen zu suchen.
In dem Wohnheim, in dem dieser Kriminalroman spielt, zeigt jede Frau ihre unvorteilhafteste Seite. Eine hat eine berühmte Geige gestohlen, eine andere ist Mitglied in einer religiösen Sekte, die dritte lebt stark verwahrlost zwischen alten Zeitungen, und eine ehemalige Lehrerin schreibt ihren jahrzehntelang nicht gesehenen Schülern Briefe, um ihre Einsamkeit zu überbrücken.
Das Gleichgewicht gerät aus den Fugen, als plötzlich der Hauptschlüssel aus dem Pförtnerhäuschen verschwindet. Keine Frau kann sich ihres Geheimnisses mehr sicher sein, und nicht mehr als eine nutzt die Gelegenheit, im Zimmer einer anderen zu spionieren.
Masako Togawas Roman ist kein typischer Kriminalroman, auch wenn im Mittelpunkt eine Kinderleiche steht. Vielmehr verknüpft sie verschiedene Straftaten und verborgene Geheimnisse, führt den Leser auf unterschiedliche Fährten, verwirrt ihn und überrascht ihn immer wieder aufs Neue.
Besonders gelungen ist der Roman wegen seines unkonventionellen Aufbaus: Gleich zu Beginn wird das Mordgeschehen so dargestellt, dass es erst im Nachhinein möglich ist, den Anfang richtig zu verstehen. Das Geschehen wird aus mehreren Perspektiven beleuchtet, was den Roman anfangs etwas komplex erscheinen lässt, den Leser jedoch zugleich dazu anregt, das Rätsel durch aufmerksames Lesen selbst zu lösen.






















