Heilige Mörderin

Heilige Mörderin



Originalausgabe:
聖女の救済 Bungei Shunjû 2008

Klett Cotta
315 Seiten
ISBN: 978-3608980127

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Keigo Higashino

Als Keigo Higashino mit Verdächtige Geliebte Ende 2012 sein Deutschland-Debüt feierte, lobten wir seinen Kriminalroman für seine intelligente, anspruchsvolle Handlung. Nun legt Klett Cotta mit Salvation of a Saint nach und beschert uns erneut eine Krimiperle.

Genau wie bei Verdächtige Geliebte ist gleich zu Beginn klar, wer die Mörderin ist. Weil Ayane keine Kinder bekommen kann, will ihr Mann Yoshitaka sie verlassen – schließlich war es vor der Hochzeit ja so ausgemacht: Bleiben sie kinderlos, würden sie sich wieder trennen.

Ayane ist zutiefst gekränkt, denn auch sie wünscht sich sehnlichst ein Kind. Während sie aber alleine zurückbleibt, hat Yoshitaka schon eine neue Geliebte, die noch dazu Ayanes Mitarbeiterin und Freundin ist. Viel Zeit bleibt dem neuen Paar aber nicht mehr, denn während Ayanes verreist ist, stirbt Yoshitaka zu Hause an einem vergifteten Kaffee.

Wie er vergiftet worden ist – wie also das Gift in Yoshitakas Kaffee gekommen ist – darauf haben die Polizeiermittler keine Antwort. Der Roman dreht sich größtenteils um diese Ermittlungsarbeit, also die Befragung der Verdächtigen und die Diskussion der Ermittler um den Tathergang. Anfangs wirkt der Roman dadurch recht trocken und theoretisch, da es fast nur um die Diskussion von Zusammenhängen und logische Schlussfolgerungen daraus geht.

Andererseits aber macht diese stark analytische Komponenten den Reiz des Romans aus. Man rätselt mit, stellt eigene Theorien auf und kann am Ende die Auflösung kaum noch erwarten.

Die Ermittler bei Heilige Mörderin sind wieder dieselben wie bei Verdächtige Geliebte: Polizeiermittler Kusanagi wird unterstützt durch seinen alten Studienfreund Yukawa, einen Physiker, der zwar etwas verschroben ist, Mordfälle aber allein durch theoretische Überlegungen lösen kann. Beide Figuren bleiben wie auch im ersten Teil aber eher abstrakte Ermittlerfiguren ohne persönlicheres Profil, sodass es weniger ihr Wiedererkennungswert ist, als vielmehr Keigo Higashinos Schreibstil, der diesen Kriminalroman ausmacht.

Fazit

Für Liebhaber intelligenter Krimis und vertrackter Mordfälle.

Verfasst am 26. Februar 2014 von

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