Die Insel der Freundschaft

Die Insel der Freundschaft

ピンザの島
Rezension vom: 29. April 2018 von // Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2026

Nach dem Debüt Kirschblüten und rote Bohnen ist ein weiterer Roman von Durian Sukegawa in Deutschland erschienen. Wieder einmal geht es um die Herstellung einer kulinarischen Spezialität und um die Suche nach der richtigen Lebensweise.

Während Kirschblüten und Rote Bohnen sich ganz der japanischen Spezialität Dorayaki widmete, macht Sukegawa mit diesem neuen Roman kulinarisch einen Schritt nach Europa. Es geht um die Käseherstellung auf einer Insel mitten im japanischen Ozean.

Leider wird dies durch Buchtitel und -cover überhaupt nicht klar. So lautet der japanische Originaltitel auch Die Insel der Pinza. Pinza meint hier eine Ziegensorte, aus der Ryosuke schließlich versucht, verzweifelt Käse herzustellen und damit seinem bisher planlosen Leben einen Sinn zu geben.

Bis es so weit ist, plätschert die Geschichte aber belanglos dahin und man könnte fast den Eindruck bekommen, es ginge hier wirklich um das Thema Freundschaft. Die erste Hälfte des Romans wird dominiert von Ryosukes Ankunft auf der Insel. Gemeinsam mit zwei weiteren Tagelöhner, die genau wie er außerhalb der Gesellschaft stehen, kommt er für Bauarbeiten auf die abgelegene Insel Aburi. Die Inselbewohner stehen den drei Neuankömmlingen feindlich gegenüber, aber die drei freunden sich langsam an und finden Zugang zu Hara, einem Mann, den Ryosuke noch von früher kennt und der ein Geheimnis birgt.

Oft lobe ich die ruhige Erzählweise japanischer Bücher. Bei diesem Roman habe ich allerdings seitenweise weitergeblättert, da die Ereignisse wirklich belanglos und langweilig scheinen. Erst auf der zweiten Hälfte beginnt man, das tatsächliche Thema des Romans zu begreifen und erst im letzten Fünftel wird es richtig spannend. Dann überrascht Sukegawa aber mit einer Dynamik und Dramatik, die zeigt, dass er erzählerisch einiges draufhat – nur leider in diesem Roman weitestgehend verschenkt.

Wer es bis zum Ende schafft, wird durch die überraschenden Wendungen aber sicher mit dem vorher etwas zu langweiligen Abschnitten versöhnt.

Fazit
Am Anfang etwas langweilig, spannend zum Schluss.

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