In Edo, der Hauptstadt des Tokugawa-Shogunats, ist es im heißen Sommer des Jahres 1694 kaum auszuhalten. Die Mutter des Shoguns, Keisho-in, beschließt deshalb auf eine Pilgerreise zum heiligen Berg Fuji aufzubrechen.
Diese Gelegenheit nutzt ein geheimnisvoller Mann, der sich als der „Drachenkönig“ bezeichnet, um die Mutter des Shôgun zu entführen – und mit ihr Reiko, die Ehefrau des Hofermittlers Sano, die die Fürstenmutter auf ihrer Reise begleitet.
Sano Ichirôs achter Fall ist abwechslungsreich gestaltet: Die Natur und Naturstimmungen treten viel mehr in den Vordergrund als bei den bisherigen Geschichten. Durch die Entführung variiert auch endlich einmal der Handlungsort: Keisho-in und Reiko werden auf eine Insel in einen verfallenen Palast gebracht.
Zusammen mit der geheimnisvollen Gestalt des Drachenkönigs, der seinen Erpresserbrief mit einem Gedicht versieht, bekommt Rowlands Roman Züge, die an einen Fantasyroman erinnern.
Wie immer ist Sanos Ermittlung spannend, denn er hat gleich mehrere Probleme zu lösen: den Entführer finden, den Shogun von seiner Handlungsweise zu überzeugen, seine Frau zu retten und seine Widersacher am Hof auszuschalten. Besonders am Schluss legt die Erzählung an Tempo zu, sodass man den Roman bei den letzten 100 Seiten gar nicht aus der Hand legen möchte.
Auch wenn dies Sanos achter Fall ist, kann man das Buch ohne Vorwissen lesen.
Fazit
Einer der besten Bände von Rowlands Reihe um den Ermittler Sano Ichirô: Spannend, stimmungsvoll und rätselhaft.Verfasst am 2. Oktober 2010 von Friederike Krempin
Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 18. August 2019