Nach Fuminori Nakamuras Deutschland-Debüt mit dem eher unauffälligen Roman Der Dieb bringt Diogenes nun endlich meinen persönlichen Lieblingsroman des Autors auf Deutsch heraus.
Die Familie Kuki ist reich und mächtig. Der Vater der Familie, Vorsteher eines mächtigen Konzerns, steht kurz vor seinem Tod und hat seinen jüngsten Sohn Fumihiro dazu bestimmt, die Rolle des „Cancer“ zu übernehmen. Als „Cancer“ ist es Fumihiros Aufgabe, Unglück über die Welt zu bringen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, stellt sein Vater Fumihiro das Waisenmädchen Kaori zur Seite.
Fumihiros Vater prophezeit, dass Fumihiros Leben an seinem 14. Geburtstag zur Hölle werden und er nie wieder glücklich sein wird. Ihn zu brechen ist notwendig, da er nur so als „Cancer“ Unglück über die Welt bringen kann. Mit dieser permanenten Drohung wächst Fumihiro gemeinsam mit dem gleichaltrigen Waisenmädchen Kaori in einem großen, alten Herrenhaus auf. Schon bald fühlt er sich zu Kaori hingezogen und schleicht sich nachts in ihr Zimmer. Doch auch sein Vater bestellt Kaori nachts zu sich. Fumihiro entwickelt einen Plan, mit dem er Kaori und sich selbst retten will.
Damit wäre der Buchinhalt fast zusammengefasst, doch Fuminori Nakamura spinnt den Faden noch weiter. Aus der kindlichen Bedrohungssituation entwickelt sich Fumihiros Erwachsenenleben, in dem die zentrale Frage lautet, ob ein Mensch von Grund auf böse sein kann.
Auch wenn es erste Vergleiche zwischen Fuminori Nakamura und Haruki Murakami gibt, so haben Erzählstil und Themen der beiden so gut wie gar nichts gemeinsam. Deutlich größere Überschneidungen bestehen zu den Romanen von Natsuo Kirinos. Wer Natsuo Kirino gerne liest, sollte unbedingt auch zu diesem Buch greifen.






















