Wenn eine japanische Schriftstellerin über das Leben eines in Deutschland weitgehend unbekannten japanischen Schriftstellers schreibt, muss das nicht unbedingt für deutsche Leser interessant sein. Wenn dieser Schriftsteller für seine Zeit aber eher untytpisch und dazu noch unter grausamen Umständen zu Tode gekommen ist, bekommt die Geschichte aber eine ganz andere Relevanz.
Als am 9. August 1945 die Atombombe auf Nagasaki fällt, trennt sie ein junges Pärchen voneinander. Fast 70 Jahre später macht sich die Enkelin auf die Suche nach dem Geliebten ihrer Großmutter – und verstrickt sich dabei in eine ganz eigene Liebesgeschichte.
In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges starben bei den Kämpfen auf Japans größter südlicher Insel Okinawa rund ein Drittel der Einwohner. Gemäß dem traditionellen Glauben der Einwohner Okinawas konnte viel Seelen dieser Kriegsopfer durch die Umstände ihres Todes keine Ruhe finden und spuken bis heute auf der Insel herum.
Was passiert, wenn es Mensch so schön ist, dass es fast schon unheimlich ist? Yuriko, die Tochter eines Schweizers und einer Japanerin, ist so schön, dass sie alles in den Schatten stellt. Doch dies rächt sich später an ihr.
In Japan glaubt man, dass die Toten während dem sommerlichen O-Bon als Geister zu ihren Angehörigen zurückkommen. Deshalb versammeln sich die Familien in ihrem Heimatort und gedenken mit dem Bon-Fest der Toten. Eine gute Gelegenheit, innerhalb der Familie die Geschichten von verstorbenen Angehörigen und mysteriösen Ereignissen weiterzugeben.
Es ist schwierig, von einem Buch mit dem Titel Gottes Boot überzuleiten auf eine Geschichte von Mutter und Tochter und der allmählichen Ablösung der Tochter von ihrer Mutter – aber darum vor allem geht es in dieser Erzählung.
Was passiert, wenn ein Autor, der ein Buch über die Entstehung des japanischen Hello-Kitty-Kults geschrieben hat, einen Krimi verfasst? Richtig, es wird ein Krimi mit viel japanischer Popkultur!
1988 schrieb eine japanische Autorin ein Kinderbuch darüber, wie ein japanisches Kind in Deutschland den Atomunfall in Tschernobyl erlebte. Ihr Buch fand lange nur wenig Beachtung, nach 3/11 erhielt es aber traurigerweise in Japan eine neue Relevanz.
Ein Buchcover sollte für ein Buch werben und einen Hinweis auf den Inhalt geben oder durch seine Gestaltung zumindest neugierig machen. Bei der Graben ist dies gründlich schiefgegangen.
Japan ist ein faszinierendes Land – nach wie vor auch für diejenigen, die sich jahrelang dort aufgehalten haben. Auch Joachim Eitel, den es beruflich nach Japan
verschlug, fasziniert das Land bis heute. Seine Erfahrungen hat er nun in einem Roman verarbeitet.
Der Abwurf der Atombombe auf Japan bewegt nicht nur die direkten Opfer, sondern auch nachfolgende Generationen. Auch wenn der aus Nagasaki stammende Autor Yûichi Serai erst 13 Jahre nach dem Abwurf der Atombombe geboren wurde, das Thema beschäftigt auch ihn und zieht sich durch alle sechs Erzählungen von Ground Zero Nagasaki.
Wie Augenzeugen den Atombombenabwurf erlebt haben und wie sie mit den Folgen der radioaktiven Strahlung leben müssen, ist schon mehrfach überzählt – in Japan gibt es mit der Atombombenliteratur (原爆文学) sogar ein eigenes Genre dafür. Mit Suzumuras Bericht ist nun erstmals auch der Bericht eines Arztes und Militärangehörigen ins Englische übersetzt.
Suzumura schildert, wie die ersten Opfer zu ihm kommen, er mit der Situation völlig überfordert nur Totenscheine ausstellen und die scheinbar schweren Brandwunden nicht behandeln kann. Als Arzt fühlt er sich machtlos, umso mehr, als er erkennt, dass die Menschen nicht an Verbrennungen, sondern an der Strahlenkrankheit leiden, die auch noch Tage und Wochen später zunächst scheinbar gesunde Menschen plötzlich dahinrafft.
Zwar trägt Suzumuras Bericht den Untertitel Diary, ein unmittelbarer, persönlicher Bericht ist er aber nicht. Obwohl er möglichst distanziert aus der dritten Person erzählt, scheint aber doch auch immer wieder die Verzweiflung des jungen Militärarztes, der bisher kaum praktische Erfahrungen sammeln konnte, durch. Und Suzumuras Wertung, die er immer wieder explizit benennt, ist klar: Beim Abwurf der Atombombe handelt es sich um Massenmord.
Suzumuras Schilderungen wurden als kostenloses E-Book von der Asahi Shinbun herausgegeben.