11. März 2011 – Bücher zur japanischen Erdbebenkatastrophe



11. März 2011 – Bücher zur japanischen Erdbebenkatastrophe

Drei Jahre sind seit der Großen Ostjapanischen Erdbebenkatastrophe vergangen, bei der über 15.000 Menschen ihr Leben verloren und viele weitere durch Tsunami und Super-GAU in Fukushima ihre Heimat verloren. In Japan gibt es inzwischen unzählige Publikationen, die die Ereignisse verarbeiten – und auch in Deutschland nehmen die Publikationen zu. Dieser Artikel gibt einen Überblick über aktuelle Titel auf dem deutschen Buchmarkt.

Reaktionen japanischer Schriftsteller

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3/11 wird von japanischen Schriftstellern auch literarisch verarbeitet. Übersetzt sind bisher vor allem Kurzgeschichten. Die Neue Rundschau aus dem Fischer-Verlag sammelt in einer Sonderausgabe einige dieser Geschichten. Mit dabei sind der Nobelpreisträger Kenzaburo Ôe, Hiromi Kawakami sowie Krimiautorin Natsuo Kirino. Wer sich englische Lektüre zutraut, für den ist außerdem die Anthologie March Was Made of Yarn interessant, die noch mehr Geschichten als die Neue Rundschau enthält, unter anderem von bekannten Autoren wie Yoko Tawada, Yoko Ogawa und Ryu Murakami.

Augenzeugenberichte

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Augenzeugenberichte gibt es bisher aus zwei Perspektiven: In 3/11 – Tagebuch nach Fukushima erzählt die Japanerin Yuko Ichimura, wie sie das Beben und die erste Zeit danach erlebt hat. Das Buch beruht auf einer Kolumne in der Süddeutschen Zeitung und enthält neben viel Humor auch Illustrationen der Autorin. Aus deutscher Sicht dagegen werden die Ereignisse in Japan an jenem Tag beschrieben. Die über 20 Berichte aus den verschiedensten Regionen Japans zeigen die Ereignisse immer wieder im ganz neuen Blickwinkel. Auch Ein Beben – Elf Perspektiven sammelt Berichte von Deutschen – diesmal Austauschstudenten, die sich zum Zeitunkt des Bebens in Japan aufgehalten haben. Eins ist fast allen Berichten allerdings gemeinsam: Alle Deutschen haben mit der Angst der Angehörigen zu Hause zu kämpfen, die von der deutschen Medienberichterstattung beunruhigt sind.

In Das japanische Desaster: Fukushima und die Folgen berichtet ZDF-Korrespondent Johannes Hano auf der anderen Seite, wie er als Medienschaffender die Krise in Japan erlebt hat und mit den Gefahren und Ängsten, die von Fukushima ausgingen, umgegangen ist. Das Buch ist zwar schon im Sommer 2011 erschienen, erfasst aber gut die schwierige Situation in der ersten Woche direkt nach dem Erdbeben.

Fukushima

Lesebuch Fukushima

In der deutschen Berichterstattung wurden Erdbeben und Tsunami schnell zur Nebensache, vor allem dominierte das Geschehen in Fukushima. Dementsprechend gibt es zu diesem Thema einige Titel.

In Fukushima: Vom Erdbeben zur atomaren Katastrophe beschreiben Florian Coulmas und Judith Stalpers, die sich zur Zeit des Unglücks in Japan aufhielten, die Situation und Berichterstattung im Land und die Entwicklung der Ereignisse zur Atomkatastrophe. Für alle, die nur die deutsche Fernsehberichterstattung kennen, bietet das Buch eine neue, andere Perspektive, die mehr auf die japanische Sichtweise fokussiert.

Zwei wissenschaftliche Publikationen konzentrieren sich außerdem auf die japanische Gesellschaft nach Fukushima: Das Lesebuch Fukushima liefert umfassende Hintergründe dazu, wie sich die Atomenergie in Japan etablieren konnte, welche Macht die japanische Atomlobby ausübt und welche gesellschaftlichen Protestbewegungen sich nach 3/11 entwickelt haben. Japan nach Fukushima liefert Einblicke in weitere Themengebiete: Die japanische Atomlobby, neue Medien und die Anti-AKW-Bewegung in Japan Positionen japanischer Autoren nach Fukushima.

Zuhause in Fukushima

Persönliche Portraits der Menschen, die in Fukushima leben, hat schließlich Judith Brandner mit Zuhause in Fukushima gesammelt. Zwar beschreibt die Hälfte der Reportagen das Leben von Menschen außerhalb Fukushimas, 5 Reportagen gibt es aber auch zur Situation zweier Bauern, eines Komponisten, einer Kindergärtnerin und eines Arztes in Fukushima.

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Übersicht: Reportagen & Berichte

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Verfasst am 11. März 2014 von

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