Japanisch-Lerntools: Vokabeln lernen mit iKnow!



Japanisch-Lerntools: Vokabeln lernen mit iKnow!

Japanische Vokabeln zu lernen ist nicht immer einfach, denn japanische Wörter haben nichts mit ihren deutschen Entsprechungen gemeinsam. Wie soll man sich beispielsweise akarui (hell) und kurai (dunkel), chiisai (klein) und ôkii (groß) merken? Oft hilft da einfach nur Auswendiglernen! Die Lern-App iKnow! unterstützt dabei mit einem Lern- und Wiederholungssystem, das die Vokabeln dauerhaft im Kopf einprägen soll.

Das früher als smart.fm bekannte kostenlose Lerntool iKnow! wird heute von Cerego Japan betrieben. Es gibt eine japanische und eine englische Version, das Umschalten zur englischen Version ist aber problemlos möglich. Wer kein Japanisch versteht, kann iKnow! also auch komplett auf Englisch nutzen. Die monatlichen Nutzungsgebühren lässt sich iKnow! allerdings in Yen bezahlen – stolze 700 Yen für einen Vokabeltrainer! Dafür bietet iKnow! einige Features: Ein System zur Lern-Organisation, verschiedene Programme zur Vokabelwiederholung und vorgefertigte Vokabelkurse mit einem Grundwortschatz von 6.000 Wörtern.

Organisation ist alles

Screenshot der App

Bei iKnow! lassen sich einzelne Kurse auswählen oder selbst anlegen. Neben dem schon erwähnten von iKnow! angebotenen Kursen kann man eigene Kurse erstellen, beispielsweise zur Vokabelliste des Kapitels eines Lehrbuches. Vokabeln und Bedeutung gibt man selbst ein, iKnow! ordnet automatisch eine Audiodatei zu, mit der man sich die Wörter in den Übungskursen anhören kann. Alle Kurse werden auf der Startseite zusammengefasst. iKnow! erinnert daran, wann und wie oft ein Kurs wiederholt werden muss. Ein Kurs besteht aus maximal 100 Vokabeln und ist bei regelmäßigem Lernen nach circa sechs bis acht Wochen abgeschlossen. Dass man automatisch daran erinnert wird, wann eine Wiederholung notwendig ist, hilft ungemein bei der Organisation. Das Programm hält außerdem genau nach, wann und wie lange man gelernt hat und ob damit das wöchentliche Lernziel (das man selbst festlegen kann) erreicht wurde.

Kursaufbau

Man kann bei iKnow! so viele Kurse selbst erstellen, wie man möchte. Welche Möglichkeiten iKnow! dabei bietet, lässt sich am besten an den vorgefertigten Kursen zeigen.

Screnshot der App

Zu jeder Vokabel gibt es die Möglichkeit, eine Bedeutung (englisch, deutsch, andere Sprachen…) anzulegen. Außerdem kann man einen Beispielsatz formulieren. Wer außerdem gerne visuell lernt, kann auch noch ein Bild hochladen. In den Lernprogrammen werden alle diese Elemente dann verwendet: Es werden Vokabeln und Sätze abgefragt, Sätze müssen ergänzt werden und es werden Bilder abgebildet (allerdings nur zur Unterstützung, niemals alleine für sich).

Besonders hilfreich ist es außerdem, dass mit jeder Vokabel eine Audiodatei verknüpft ist. Sätze werden außerdem von einem Sprachcomputer vorgelesen. So wiederholt man nicht einfach bloß Text, sondern iKnow! spielt die Wörter auch vor, sodass sie sich leichter einprägen.

Programme zur Wiederholung

iKnow! bietet vier verschiedene Möglichkeiten, Vokabeln zu wiederholen:

Während „Dictation“ die Sätze zu den Vokabeln erst vorliest und dann nachschreiben lässt, spielt „Listening“ einfach nur die japanischen Wörter und Sätze ab. Dies soll vor allem zum Lernen unterwegs gut sein, allein die japanischen Wörter, nicht aber die deutschen oder englischen Bedeutungen zuhören, ist lerntechnisch aber wohl problematisch. Das Herzstück von iKnow! ist deshalb der gleichnamige Multiple-Choice Test. Dieser stellt neue Wörter zunächst vor und fragt sie dann auf englisch oder japanisch zunächst mit Multiple-Choice-System und zuletzt frei über die Tastatureingabe ab. Praktisch ist hier wiederum, dass die Wörter nicht einfach nur abgebildet werden, sondern auch vorgesprochen werden. Hat man eine Vokabel außerdem richtig wiedererkannt, kann man sich den Beispielsatz noch einmal anhören. Dies ist ein großer Pluspunkt von iKnow! gegenüber herkömmlichen Papierkarten.

Überall lernen mit der App

iKnow! gibt es sowohl als Web-App als auch bei iTunes und Google Play, sodass man die Vokabeln überall wiederholen kann. Die App synchronisiert sich automatisch mit der Web-App. Ist man offline unterwegs, kann man die Synchronisierung auch abstellen und offline lernen. Allerdings führt dies momentan noch zu Problemen: Nach der Beendigung eines Kurses versucht die App, sich zu verbinden und die Daten zu synchronisieren. Es erscheint dann solange eine nicht-wegklickbare Fehlermeldung, bis man sich wieder mit dem Internet verbindet. Offline lernen ist (momentan!) also nur begrenzt möglich, was bei einem monatliche Preis von 700 Yen aber funktionieren sollte.

Fazit

Gerade in der Anfangsphase kann iKnow! eine große Unterstützung dabei sein, organisiert Vokabeln zu lernen. Ein großer Vorteil ist, dass man eigene Kurse anlegen und so alle wichtigen Vokabeln archivieren kann. Eine Möglichkeit zum Export der Kurse gibt es aber nicht und so bleibt man an iKnow! gebunden. Der Preis ist für den Funktionsumfang zu hoch, allerdings gibt es momentan noch keine Alternative, außer man greift zu kostenlosen Karteikartensystem Anki, das in der Bedienung aber wesentlich unkomfortabler ist.

Verfasst am 15. März 2014 von

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Kommentare

  1. Wow! Daran kann ich mich sogar noch erinnern.
    Ich hab das damals (ca. 2008) mal ein paar Monate genutzt. Damals hieß es wie du schon richtig sagst, smart.fm.
    Ich habe es dann auch noch eine Weile verwendet als es iKnow wurde.
    Hat immer viel Spaß gemacht, damit zu lernen.

    Jetzt ist das also nicht mehr kostenlos?
    Den Screencaps nach zu urteilen hat sich seit damals auch einiges getan! 🙂

    Und was das SRS Program angeht, da meinst du wohl Anki und nicht Ani. 😉

    1. Genau, Anki sollte es heißen.

      Auch wenn es jetzt etwas schicker aussieht, in den wichtigen Grundfunktionen stand die damalige Version der heutigen in nichts nach.

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