The Future is Japanese

The Future is Japanese

Rezension vom: 31. Dezember 2012 von // Zuletzt aktualisiert: 23. August 2019

The Future is Japanese – nach den vielen kulturpessimistischen Schlagzeilen mal wieder ein optimistisches Buch? Eher nicht, denn dieses Buch vereint zwar Geschichten zur Zukunft Japans, diese sind aber, wie es sich für Science Fiction gehört, eher düster und dystopisch als optimistisch.

Nicht alle Geschichten stammen von japanischen Autoren, aber die Geschichten in The Future is Japanese haben alle irgendeinen Japanbezug:

In Mono no Aware erzählt Ken Liu die Geschichte des letzten Japaners, der nach der Zerstörung der Erde mit einer Handvoll ausgewählter Menschen in einem Raumschiff auf der Suche nach einem neuen Planeten ist. Auch in Goddess of Mercy beschreibt Bruce Sterling ein Japan, das von Piraterie und Chaos beherrscht wird, nachdem eine nordkoreanische Bombe Tôkyô zerstört hat.

Diese Anthologie enthält alles, was man von Science Fiction erwartet: Weltuntergangsszenarien, Reisen durch Raum und Zeit, Atomkriege, Roboter und neue Technologien. Trotzdem ist jede Erzählung für sich etwas Besonderes – kein Thema wird wiederholt! Gleichzeitig ist es dadurch aber auch schwerer, in die einzelnen Geschichten einzutauchen. Jedes Mal muss man sich in ein neues Szenario hineindenken und die Hinweise aus dem Text wie ein Puzzle zusammenfügen, um ein Bild der Welt zu erhalten, die die Erzählung erschafft.

Dies ist wirklich nicht immer einfach, denn die Geschichten sind sehr anspruchsvoll. Golden Bread beispielsweise erzählt von einer Zeit, ähnlich wie bei Star Trek, in der Menschen verschiedene Planeten kolonialisieren. Ein Soldat des Volkes „Yamato“ (altertümliche Bezeichnung für Japan) strandet auf einem dieser kolonialisierten Planeten, auf dem „Kalifornier“ leben. Das Verwirrende ist dabei, dass der mit asiatischen Zügen ausgestattete Soldat ein Leben wie ein Amerikaner führt, während die blauäugigen Kalifornier auf ihre Planeten ein einfaches Leben mit Reis und Sojasauce führen. Warum sich hier die Lebensverhältnisse quasi umgedreht haben, wird erst zum Schluss aufgelöst.

Auch Autogenic Dreaming wird eigentlich auch erst vom Ende aus nachträglich verständlich. In dieser Erzählung verwischen die Grenzen von Realität und Cyberspace. Zu viel soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden, aber die Idee des Autors, den Suchvorgang einer Suchmaschine erzählerisch auszugestalten und zu personifizieren, ist wohl weltweit einzigartig.

Fazit
Eine anspruchsvolle, abwechslungsreiche Science-Fiction-Anthologie in schöner grafischer Aufmachung.

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