Sayonara, meine Bücher

Sayonara, meine Bücher



Originalausgabe:
さようなら、私の本よ! Kôdansha 2005

Aus dem Japanischen von Nora Bierich:
Fischer
361 Seiten
ISBN: 9783100552136

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Der japanische Nobelpreisträger Ôe kann auf eine inzwischen mehr als sechzigjährige Schriftstellerkarriere zurückblicken. Sayonara, meine Bücher, das momentan aktuellste Buch von ihm in deutscher Übersetzung, befasst sich mit dem Altern und dem Abschied von der schriftstellerischen Arbeit.

Chôkô Kogito, ein alternder Schriftsteller, der biografisch sehr viel mit Ôe gemeinsam hat, fehlt nach einem längeren Krankenhausaufenthalt die Kraft zum Schreiben. Seine Frau schickt ihn zur Erholung in sein Ferienhaus in die Berge, wo ein alter Freund sein neuer Nachbar wird.

Dieser Freund, Shigeru, hat lange als Architekt in den USA gelebt und plant nun mit ein paar jungen Leuten einen Terrorakt. Inspiriert vom 11. September wollen sie die Verwundbarkeit der Zivilisation demonstrieren, indem sie Hochhäuser sprengen. Kogito kommt bald hinter das Geheimnis und wird von Shigerus Truppe unter Hausarrest gestellt. Doch der Hausarrest macht ihm scheinbar nichts aus, denn inspiriert von den Aktionen der Gruppe kommt er auf die Idee, einen neuen Roman zu schreiben.

Ôe ist bekannt dafür, dass seine Romane mit der Zeit an Komplexität zunehmen. Nicht unbedingt durch die Sprache oder die Handlung, sondern vor allem durch die vielen Bezüge. Das Buch enthält nicht nur Bezüge zu anderen Büchern von Ôe selbst, es verweist auch ständig auf seine eigene Lebensgeschichte und Theorien andere Schriftsteller und Intellektueller.

Es ist nicht einfach, dieses komplexe Romangebilde ganz zu entschlüsseln und so sollte man – um dem Buch wenigstens etwas abgewinnen zu können – etwas über Ôes Biografie wissen und am besten auch den Roman Tagame gelesen haben, damit verständlich wird, worauf immer wieder mit den Gesprächen über Gorôs Selbstmord angespielt wird. Sayonara, meine Bücher ist kein Buch, das sich dem Leser einfach öffnet und ihn unterhält, sondern dass er sich selbst erarbeiten und aneignen muss.

Fazit

Ein komplexer Roman, für das man sich vorher schon in Ôes Werk eingelesen haben sollte.

Verfasst am 3. Oktober 2011 von

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