Moshi Moshi

Moshi Moshi

もしもし下北沢
Rezension vom: 7. März 2015 von // Zuletzt aktualisiert: 6. März 2026

Wie geht man mit großer Trauer um? Banana Yoshimoto ist mit ihren Romanen von Verlust, Trauer und Heilung in den letzten Jahren zur Seelentrösterin avanciert. Mit Moshi Moshi gestaltet sie das Thema nun erneut aus.

Der Fall, den Banana Yoshimoto in Moshi Moshi beschreibt, ist in Japan nicht ganz unüblich: Yotchans Vater begeht Selbstmord, und sie und ihre Mutter bleiben allein zurück. Besonders quälend ist, dass er keinen Abschiedsbrief hinterlassen hat. Überhaupt scheint es, als habe er gar nicht sterben wollen, sondern als habe ihn seine Geliebte, die nicht allein in den Tod gehen wollte, dazu gebracht.

Nach der ersten Zeit der Starre beginnt für Yotchan der Heilungsprozess, der ähnlich verläuft wie bei fast allen Protagonisten in Banana Yoshimotos Werken, die Kummer erleben: Yotchan macht kleine, fast unsichtbare Schritte und lernt allmählich wieder, ein ganz alltägliches Leben zu führen. Die erste Station ist ein Umzug in eine neue Wohnung in Shimokitazawa, denn in der alten Wohnung erinnert sie alles an ihren Vater. Auch Yotchans Mutter zieht bald dorthin.

Zentrale Elemente der Handlung sind weiterhin die kleinen Dinge des Alltags, allen voran auch das Essen. Wenn der Roman nicht vom Essen oder von dem Bistro erzählt, in dem Yotchan arbeitet, geht es meist um Gespräche. Wer Banana Yoshimotos ruhige Erzählweise noch nicht kennt, kann schnell den Eindruck gewinnen, der Roman plätschere lediglich vor sich hin. Man muss diesen ruhigen Erzählton mögen, um sich auf Moshi Moshi einlassen zu können.

Mit Moshi Moshi bleibt Banana Yoshimoto sich, ihren Themen und ihrem Erzählstil treu. Auch wenn der Roman an der Oberfläche ruhig und unscheinbar bleibt, findet derjenige, der genau hinschaut, den Schlüssel zur Heilung:

„Was wir zu Gesicht bekamen, hat alles kaputt gemacht. Trotzdem leben wir noch. Wir dürfen nicht den Fehler machen, von uns aus so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre. Wir müssen neu anfangen, und zwar von ganz unten, und froh sein, wenn wir uns an einem Tag mal nicht am Boden zerstört fühlen. Dann werden uns irgendwann auch die Träume keine Angst mehr machen.“

Banana Yoshimoto, Moshi Moshi, Seite 141

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Fazit
Ein sehr ruhiger, bodenständiger Roman, in dem Banana Yoshimoto ein für sie typisches Thema variiert.

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