Keiko

Keiko



Berliner Tb Verlag
378 Seiten
ISBN: 9783833306600

Geschichten über das schwere Leben in Japan während des Zweiten Weltkrieges gibt es viele. Dass aber es aber auch die japanischen Auswanderer in Amerika während dieser Zeit nicht leicht hatten, erzählt Jamie Ford mit ihrer anrührenden Liebesgeschichte zwischen dem Chinesen Henry und der Japanerin Keiko.

Henry und Keiko lernen sich in Seattle im Jahr 1942 kennen. Die Teenager haben vieles gemeinsam: Sie sind an ihrer Schule beide Außenseiter, denn alle anderen Kinder sind Weiße. Sie ertragen ihr Schicksal still und zurückhaltend, sind gleichzeitig aber auch erstaunlich offen für Neues. Und sie haben die Fähigkeit, trotz Schwierigkeiten dem Leben immer etwas Positives abzugewinnen.

So geht auch Henry auf Keiko zu, obwohl sein Vater ihm eingeschärft hat, dass Japaner die größten Feinde der Chinesen sind, weil sie China plündern und Massaker begehen. Auch die Amerikaner stehen Keiko und ihrer Familie ablehnend gegenüber: Als der Krieg mit Japan voranschreitet, werden alle Japaner des Viertels in ein Lager interniert.

Henry verliert Keiko aus den Augen, doch über 40 Jahre später findet er im Keller eines alten Hotels Habseligkeiten von ihr, die sie vor der Internierung zurücklassen musste. Aus dieser Perspektive, dem Jahr 1986, erzählt er seinem Sohn seine traurige Liebesgeschichte.

Henrys Geschichte ist eine Geschichte voll verpasster Chancen, aber zugleich auch dem kleinen Glück, das nur einen Moment andauert. Jamie Ford schafft es, die Geschichte ziemlich ruhig und ohne große Handlungsumschwünge dahinplätschern zu lassen. Henrys Geschichte wirkt deshalb ein wenig gedehnt, was sicher auch daran liegt, dass man schon meint zu wissen, wie sie ausgeht und so die Spannung fehlt.

Auch wenn es an dieser Geschichte nicht viel auszusetzen gibt, auch wenn sie ein Beispiel für die Überwindung von Vorurteilen und den Zusammenhalt trotz widriger Umstände ist – trotz all dem hat mich die Geschichte nicht mitreißen können.

Fazit

Eine sanfte Liebesgeschichte, der aber die Leidenschaft fehlt. Rührend, aber nicht mitreißend.

Verfasst am 4. März 2011 von

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