Als Chisa Umino kurz vor ihrer Hochzeit von ihrem Verlobten verlassen wird, sich den Knöchel verstaucht und dazu auch noch bestohlen wird, kann es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen. Doch durch ein geheimes Codewort landet sie in einer Bibliothek, aus der es nur einen Ausweg gibt: Man muss selbst zur Autorin werden.
In die Bibliothek der magischen Katze kommen nur Menschen, die das Gefühl haben, gerade den schlimmsten Tag ihres Lebens erlebt zu haben. In solchen Momenten erscheint ihnen eine schwarze Katze, die ihnen eine Frage stellt. Als auch Chisa gegenüber der Katze bejaht, dass es sich um den schlimmsten Tag ihres Lebens handelt, findet sie sich kurzerhand in einer Bibliothek wieder.
Die Bibliothek der magischen Katze ist ein merkwürdiger Ort: Sie ist wie ein Donut geformt und hat keinen Ausgang. Wer sich in der Bibliothek befindet, hat weder Hunger noch Durst. Die Zeit steht hier für alle still, bis sie ihre Aufgabe erfüllt haben: ein Buch über das eigene Leben zu schreiben. Nur wer sich mit seiner eigenen Geschichte auseinandersetzt und über sie nachdenkt, darf die Bibliothek somit wieder verlassen.
Besonders gemütlich wirkt die Bibliothek auf mich beim Lesen nicht, sondern auch ein wenig bedrohlich. Zwar gibt es dort viele liebenswerte Figuren wie etwa „Madame T“, die regelmäßig eine Teestunde abhält, oder die „Oma“, die schon ein wenig tüddelig ist und lustige Fragen stellt. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die magische Bibliothek strenge Regeln hat: Lärm machen ist nicht erlaubt und die schlimmste Bestrafung besteht darin, dass der Bibliothekar auf den Schatten einer Person tritt – wodurch diese zum Verschwinden gebracht wird.
Als Chisa versteht, dass sie der Bibliothek nicht entfliehen kann, knüpft sie Freundschaften zu anderen Personen, die sich gerade dort aufhalten, um ebenfalls an ihrer eigenen Geschichte zu arbeiten. Dabei lernt sie bald: Was das Allerschlimmste für jeden Einzelnen ist, hängt ganz individuell von der jeweiligen Person ab. Dies hilft ihr, sich auch mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.
Sanaka Hiiragis bisher in Deutschland veröffentlichte Romane erzählen allesamt von Orten, die sich außerhalb von Raum und Zeit befinden, ihren Besuchern aber die Möglichkeit geben, mit ihren Problemen oder schweren Schicksalsschlägen fertig zu werden. In Die Bibliothek der magischen Katz wird das Erfolgsrezept dieser magischen Wohlfühlromane auf den ersten Blick scheinbar mit dem sehr beliebten Motiv der Katzenliteratur verknüpft. Doch so bedeutend, wie der Titel vermuten lässt, ist die Katze Sumikuro für den Roman nicht. Sie fungiert letztlich nur als Türöffner, um Menschen in die Bibliothek zu bringen.
Wer jedoch einen ähnlichen Roman sucht, der mehr Fantasy-Elemente, Bücher und insbesondere eine Katze in der Hauptrolle bietet, für den eignet sich stattdessen Sosuke Natsukawas Roman:
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Die Katze, die unsere Bücher rettete
C. Bertelsmann, 192 Seiten, EAN 9783641331658
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