Der Schatten der blauen Katze

Der Schatten der blauen Katze



Originalausgabe:
青猫家族輾転録 Shinchôsha 2006

Aus dem Japanischen von Till Weingärtner:
Angkor Verlag
192 Seiten
ISBN: 978-3936018776

Ähnliche Bücher

Naokos Lächeln
Naokos Lächeln
Haruki Murakami
Schnee im April
Schnee im April
Aly Cha

Auch wenn sein Ausdrucksstil für einen 51-jährigen vielleicht nicht ganz angemessen ist, wie er im Vorwort an seine Leser bemerkt, drängt es Yajima dazu, seine Geschichte zu erzählen: eine ganz alltägliche, eher unspektakuläre Geschichte, dafür aber typisch und stellvertretend für seine Generation.

In einem kommentierenden, vieles vorweg andeutenden Stil, leitet uns Yajma durch seine Lebensgeschichte, die im Grunde die Suche eines einfachen Menschen nach dem kleinen, persönlichen Glück ist:

„Ach! Schlafen kann in den Nächten dieser großen Stadt
nur der Schatten einer blauen Katze
Er erzählt von der Geschichte der unglücklichen Menschheit
Ein blauer Schatten des Glücks, den wir uns so innig wünschen.“
(Seite 156)

Ein bisschen fühlt es sich an wie beim Film Forrest Gump, bei dem der Forrest uns auch durch seine Geschichte führt. Nur ist die Erzählung von Yajima verworrener, springt immer wieder zwischen den Zeitebenen und verschiedenen Handlungssträngen.

Am Anfang ist es deshalb ein bisschen schwer, der Erzählung zu folgen. Mit der Zeit zeichnen sich aber deutlich drei Themenbereiche ab: Yajimas Jugendzeit, verbunden mit der Erzählung von seinem Onkel, mit dem ihn etwas besonderes verbindet. Zweitens sein Leben als Angestellter in den 90er Jahren und seine berufliche Weiterentwicklung. Außerdem sein Familienleben in der Gegenwart und die Verschlossenheit seiner Tochter, die in der Schule gemobbt wird.

Yajimas Leben ist eher unspektakulär, trotzdem liest sich seine Geschichte durch das Springen zwischen den einzelnen Erzählebenen nicht langweilig. Seine Probleme sind alltäglich, aber dafür auch lebensnah.

Es scheint fast so, als wolle Yajima das Gefühl einer ganzen Generation einfangen: Seine Erlebnisse stehen immer im Kontext von besonderen Ereignissen, die im kollektiven japanischen Gedächtnis verankert sind: der Wirtschaftskrise der 90er, dem Giftgasanschlag auf Tokyo 1995, dem grausamen Mord eines 14-jährigen 1997 (dieses Ereignis verarbeitet übrigens Miri Yu in Gold Rush) und sogar dem 11. September.

Fazit

Dieses Buch dokumentiert im Stil eines Ich-Romans die gegenwärtigen, alltäglichen Probleme eines Durchschnittsjapaners - die eigentlich globale Probleme sind.

Verfasst am 25. September 2010 von

Tags: , ,

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Neue Artikel im Blog

Zufällig ausgewählt: In Büchern stöbern

ランダムに選択しました

Barfuß durch Hiroshima 2
Die vier Jahreszeiten
Murakami san no tokoro
Freiwillige Selbsthinrichtung
Go!
Namiko und das Flüstern

Die neuesten Rezensionen

Blutroter Tod
Blutroter Tod 3. Dezember 2019
Das Casting
Das Casting 2. November 2019
Tanze, Schneck, Tanz
Tanze, Schneck, Tanz 16. Oktober 2019
Der Revolver
Der Revolver 30. September 2019
Ein feines Gespür für Schönheit
Ein feines Gespür für Schönheit 20. September 2019
Als der Kaiser ein Gott war
Als der Kaiser ein Gott war 9. September 2019
Literatur direkt aus Japan Literatur direkt aus Japan

Hier erfährst du mehr über Bücher, die es bisher nur in Japan gibt.

Bücher kaufen Wo kann ich japanische Bücher kaufen?

Ein kleiner Guide für Einsteiger

Zeitstrahl Zeitleiste

Suche dir Bücher aus nach der Zeit, in der sie spielen.

Neuerscheinungen Neuerscheinungen

Alle Neuerscheinungen für im Überblick.