Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß (2)

Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß (2)

先生の鞄
Rezension vom: 4. Juli 2011 von // Zuletzt aktualisiert: 22. August 2019

Mit dem zweiten Band ist die zeichnerische Umsetzung von Hiromi Kawakamis Roman Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß durch den japanischen Mangaka Jiro Taniguchi abgeschlossen.

Auch der zweite Teil besticht wieder durch ruhige, bis ins kleinste Detail ausgestaltete Bilder und fein ausgearbeitete Gesichtsmimik der Figuren. Alles, was in einem Roman durch beschreibenden Text ausgedrückt wird, scheint Taniguchi durch seine genauen Bilder einfangen zu wollen.

Die Graphic Novel hält sich dabei durchgängig an die Romanvorlage. Die Dialogteile gleichen sich fast haargenau, weichen aber teilweise in Wortlaut und -stellung ab, was natürlich auch damit zu tun hat, dass die deutsche Version des Romans und der Graphic Novel von zwei unterschiedlichen Übersetzern vorgenommen wurde.

Besonders interessant war von vornherein, wie Taniguchi die etwas surreale Szene Das Watt umsetzen würde. Diese fügt sich in der Graphic Novel viel besser in die Handlung ein als in im Buch selbst, was vielleicht auch daran liegt, dass Taniguchis auch hier durchgehend realistische Bildgestaltung die Szene besser einbettet, als es bei Kawakami mit Worten gewesen wäre.

Die Ausgabe enthält außerdem noch zwei Zusatzkapitel, die außerhalb der normalen Handlung spielen und in denen Tsukiko dem Sensei eine Geschichte erzählt. Über diesen „Bonus“ habe ich mich einerseits sehr gefreut, andererseits wirkt die Geschichte mit den Trollen, die darin vorkommen, etwas surreal und hat, da sie in Tsukikos Kindheit spielt, nichts mit der Beziehung zwischen ihr und dem Sensei zu tun.

Der Band enthält außerdem noch ein Gespräch zwischen Kawakami und Taniguchi, das – neben einem inflationären Gebrauch von Höflichkeitsfloskeln – auch noch einige interessante Aspekte beinhaltet wie etwa die Information, dass Kawakami ihren Roman zunächst aus der Perspektive des Sensei geplant hatte.

Fazit
Taneguchis zeichnerische Umsetzung von Kawakamis Roman ist so fein und einfühlsam wie ihre Sprache selbst.

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