Reito hat es in seinem Leben bisher nicht zu viel gebracht und lebt planlos von Tag zu Tag. Da er nicht studieren wollte, schlägt er sich mit Hilfsjobs durch. Nachdem er bei seinem letzten Job entlassen wird, bricht er in die Firma ein, um an Hehlerware zu gelangen. Die Polizei erwischt ihn dabei und es droht ihm eine Anklage.
Doch unvermittelt tritt ein Anwalt auf den Plan, der ihm ein Angebot unterbreitet: Reito kann dem Gefängnis entgehen, wenn er sich gegenüber einer ihm fremden Frau zu einem Gefallen verpflichtet.
Bald stellt sich heraus, dass es sich bei dieser Frau um Chifune handelt, eine bis dahin unbekannte Halbschwester seiner verstorbenen Mutter. Im Gegenzug dafür, dass sie ihn vor dem Gefängnis bewahrt, wird Reito zum Hüter eines alten Kampferbaums.
Dieser Kampferbaum soll magische Kräfte besitzen und es Menschen am Ende ihres Lebens ermöglichen, Erinnerungen für ihre Hinterbliebenen zu hinterlegen. Wie genau dies funktioniert und wie Reito nach und nach in die Rolle des Hüters hineinwächst, ist Gegenstand des Romans.
Keigo Higashino, der in Deutschland vor allem für seine Kriminalromane bekannt ist, hat mit Der Baum der verborgenen Erinnerungen einen klassischen Feel-Good-Roman geschrieben. Die Geschichte liest sich ruhig und harmonisch, verläuft zugleich gemächlich, aber nicht ereignisarm. Auch wenn Reito sich in seine eigene kleine Welt zurückzieht, ist der Roman keineswegs so vorhersehbar wie viele andere Feel-Good-Romane. Was es genau mit dem Kampferbaum auf sich hat und warum Chifune gerade Reito ausgewählt hat, bleibt fast bis zum Schluss unaufgelöst.
Wer bereits Higashinos Kleine Wunder um Mitternacht gelesen hat, dem wird auch Der Baum der verborgenen Erinnerungen aufgrund seiner magischen Momente gefallen. Und selbst wer kein Fan der derzeit sehr beliebten Feel-Good-Romane ist, findet in diesem Buch eine ruhige, gut erzählte Geschichte mit japanischem Hintergrund.
Fazit
Ein ruhiger Roman über Verantwortung, Magie und überraschende Familiengeheimnisse hinein.Verfasst am 13. Januar 2026 von Friederike Krempin





















