Die Fuchsfrau

Die Fuchsfrau



Piper
478 Seiten
ISBN: 9783492700399

Ähnliche Bücher

Mysteriöse Geschichten
Mysteriöse Geschichten
Hiroshi Saitô
Die Pfingstrosenlaterne
Die Pfingstrosenlaterne
Sanyutei Encho

Nicht nur in der europäischen Kulturtradition, wo sie als listig gelten, stehen Füchse eher für die schlechten Eigenschaften des Menschen. Auch in der japanischen Mythologie sind sie negativ belegt, gelten als Wesen, die Menschen verzaubern und in ihre magische Fuchswelt entführen können.

Kij Johnson hat diesen japanischen Mythos neu umgesetzt und dabei eine Collage japanischer Kulturtradition insgesamt erstellt. Nicht nur inhaltlich orientiert sie sich an Japan, sondern auch in der Form. So besteht der Roman aus Tagebucheinträgen aus verschiedenen Kopfkissenbüchern. Inspiration war hierfür nach Johnsons eigenen Angaben das Tagebuch der berühmten japanischen Hofdame Sei Shonagons Kopfkissenbuch.

Johnsons Schreibstil kann es aber in keiner Weise mit dieser japanischen Klassikerin aufnehmen. Zwar entwirft sie einige Haikus und wagt sich an die bei Shonagon so bekannten Aufzählketten, zum Beispiel zu dem, „was Angst macht“, aber ihre Sprache kann es mit Shonagons Genauigkeit einfach nicht aufnehmen.

Die Geschichte um die junge Fuchsfrau Kitsune, die sich in einen jungen, verheirateten Mann verliebt und versucht, diesen zu verzaubern, ist von der Grundthematik her zwar spannend angelegt, könnte aber auch gut der Hälfte der Seiten, die das Buch ausmachen, erzählt werden.

Gerahmt wird die Erzählung durch den typischen Jahreszeitenzyklus – die Geschichte beginnt voll Hoffnung im Frühjahr und endet mit dem Niedergang der Protagonistin im Winter – auch dies wieder eine Orientierung an dem japanischen Ästhetikempfinden. Für alle, die Märchen lieben, ist die Geschichte mit ihrer sanften Melancholie und dem traurigen Ende sicher ein Lesegenuss. Die Langeweile am Anfang weicht später einer magischen, verträumten Atmosphäre, die bis zum Ende hin immer dichter wird – und noch eine kleine Überraschung bereit hält.

Fazit

Johnson mischt in diesem Buch unheimlich viele Elemente japanischer Kulturtradition: Mythen, Erzähltechniken, Symbole und zuletzt die Einsicht, dass die Welt nur "fließend", eine Illusion, ist.

Verfasst am 11. März 2011 von

Tags: , , , ,

Kommentare

  1. Ich fand die Gedanken von Kitsune über das ‚Menschsein‘ sehr interessant und das die Geschichte aus drei Perspektiven erzählt wurde.
    Allen im allen fand‘ ich die Geschichte an manchen Stellen leider etwas zu langatmig.

  2. Ging mir genauso. Aber irgendwie fand ich das Ende dann doch wieder toll und den Aspekt der Vergänglichkeit und der Illusion des Lebens. Dafür gab es dann doch noch einen Gnadenpunkt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Neue Artikel im Blog

Zufällig ausgewählt: In Büchern stöbern

ランダムに選択しました

The Cage of Zeus
Tokio Girl
Bonmaneki
Konnichiwa, Japan!
Brennender Hibiskus
Sly

Die neuesten Rezensionen

Blutroter Tod
Blutroter Tod 3. Dezember 2019
Das Casting
Das Casting 2. November 2019
Tanze, Schneck, Tanz
Tanze, Schneck, Tanz 16. Oktober 2019
Der Revolver
Der Revolver 30. September 2019
Ein feines Gespür für Schönheit
Ein feines Gespür für Schönheit 20. September 2019
Als der Kaiser ein Gott war
Als der Kaiser ein Gott war 9. September 2019
Literatur direkt aus Japan Literatur direkt aus Japan

Hier erfährst du mehr über Bücher, die es bisher nur in Japan gibt.

Bücher kaufen Wo kann ich japanische Bücher kaufen?

Ein kleiner Guide für Einsteiger

Zeitstrahl Zeitleiste

Suche dir Bücher aus nach der Zeit, in der sie spielen.

Neuerscheinungen Neuerscheinungen

Alle Neuerscheinungen für im Überblick.