Ausgestoßen

Ausgestoßen

破戒
Rezension vom: 8. Januar 2011 von // Zuletzt aktualisiert: 23. August 2019

Obwohl Ushimatsu zur Kaste der Eta, der „Unberührbaren“, gehört, hat er es bis zum Lehrer gebracht. Dies hat ihm sein Vater ermöglicht, der schon früh die Spuren von Ushimatsus unreiner Herkunft verwischt hat. Kurz vor seinem Tod hat er nur noch eine Botschaft für seinen Sohn: „Spreche niemals über deine Herkunft!“

Ushimatsu befolgt diesen Ratschlag, kann aber nicht vergessen, ständig an seine Herkunft zu denken, vor allem, wenn er die ungerechte Behandlung anderer Eta miterlebt. Er hat deshalb mit Schuldgefühlen zu kämpfen, schwankt ständig zwischen Wut über die Gesellschaft, die Menschen nur aufgrund ihrer Herkunft ausgrenzt, und Angst, selbst zu ihrem Opfer zu werden.

Die Ausgrenzung der Gesellschaft gegenüber den Eta ist ziemlich hart. Besonders schlimm wird das, was Shimazaki beschreibt, wenn man sich vor Augen hält, das sein Buch 1891 spielt – in einer Zeit, in der das Kastenwesen in Japan längst aufgehoben ist. Obwohl die Eta rein rechtlichganz normale Bürger sind, ermöglicht ihnen die Gesellschaft kein normales Leben.

Shimazaki scheint mit seinem Roman die moderne japanische Prekariatsliteratur vorwegzunehmen. Zwar erinnert seine ruhige, anfangs eher langweilige Erzählung nicht an die brutale Schonungslosigkeit von zum Beispiel Natsuo Kirino, die in ihren Romanen das Elend der unteren Gesellschaftsschichten im Japaner der 1990er Jahre beschreibt, ist aber trotzdem ein wichtiger Beitrag, gesellschaftliche Missstände zu thematisieren – denn die Unterdrückung bestimmter benachteiligter Gesellschaftsschichten hält in Japan bis heute an.

Fazit
Die Schattenseiten Japans: Wie ein Mann ausgegrenzt wird, nur weil er in die falsche Familie hineingeboren wurde.

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