Vermissen auf Japanisch

Vermissen auf Japanisch

Rezension vom: 24. April 2025 von // Zuletzt aktualisiert: 3. Mai 2025

Nicht nur in ihrer japanischen Muttersprache findet die Witwe Kyoko keine richtige Entsprechung für das Wort „Vermissen“. Auch in ihrem Leben kommt sie nicht über die Lücke hinweg, die ihr verstorbener Ehemann Levi hinterlassen hat.

Als junge Frau ist Kyoko zunächst sehr entscheidungsfreudig: Sie geht zum Studium nach Japan, lernt Levi kennen, wird schnell schwanger und heiratet direkt – mit Anfang 20. Doch Levi verstirbt unerwartet bei einem Unfall und hinterlässt ihr nichts als einen Haufen Schulden. Mit ihrem Kleinkind Alex muss Kyoko nun den Alltag meistern. Dabei findet sie zunächst vor allem Halt bei Levis Familie.

Yukiko Tominaga erzählt mit Yukikos Geschichte von einem Heilungsprozess, der weder geradlinig verläuft noch irgendwann einen Abschluss findet. Genau wie Kyoko kein Wort für Vermissen findet, fehlt ihr der Schlüssel dazu, Levi zu verzeihen. Sie kann ihm nicht verzeihen, dass er sie so plötzlich allein gelassen hat, sie kann ihm nicht verzeihen, dass er trotz ihrer Bitte keine Lebensversicherung abgeschlossen hat.

Was Kyoko einzig bleibt, ist einfach weiterzuleben zwischen den Welten einer Japanerin, der Japan fremd geworden ist und einer US-amerikanischen Einwanderin, die sich ihren Platz erkämpfen muss. Den Alltag meistern ist Kyokos Hauptaufgabe. So begleiten wir sie über fast 20 Jahre Alltagsleben und Alltagsgeschichten.

Ruhig und unaufgeregt spielen sich diese kleinen Geschichten aus dem Alltag ab. Immer wieder gibt es kleine Trostpflaster, die Kyoko langsam heilen lassen. Einerseits passt diese scheinbar ereignisarme Erzählweise gut zum Thema, andererseits fehlt es dem Roman an überraschenden Wendungen. Dies ist aber auch nicht Anspruch eines Romans, der in stillen Worten einfach nur versucht, das nicht Fassbare fassbar zu machen.

Fazit
Ein sanftes Buch über Verlust und Heilung.

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