Zärtliche Klagen

Zärtliche Klagen



Originalausgabe:
やさしい歌って Bungei Shunju 1996

Aus dem Japanischen von Sabine Mangold:
Liebeskind
270 Seiten
ISBN: 9783954380732

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Yoko Ogawa

Nach zwei Jahren ist es nun wieder so weit: Der Liebeskind-Verlag bringt ein weiteres Buch von Yoko Ogawa heraus! Dieses Mal ist es keine Neuerscheinungen im eigentlichen Sinn, sondern ein in Japan schon vor über 20 Jahren erstmals erschienener Roman.

Tatsächlich merkt man das beim Lesen auch: Zärtliche Klagen ist anders als die zuletzt erschienenen, eher ins Fantastische gehenden Schwimmen mit Elefanten oder Der Herr der kleinen Vögel – zwei Romane, deren Lektüre ich euch unbedingt ans Herz legen möchte, wenn ihr noch nichts von Yoko Ogawa gelesen habt!

Wer Ogawas Romane dagegen kennt, wird sich mit Zärtliche Klagen in seiner ruhigen, ereignisarmen Erzählweise stark an Liebe am Papierrand erinnert fühlen: Ruriko flieht vor ihrem gewalttätigen Mann, der zudem seit Jahren eine Geliebte hat, in ihr Ferienhaus in den Bergen. Dort kuriert sie in Ruhe ihren Schmerz aus und genießt die Ruhe und Einsamkeit. Kraft geben ihr ihre Nachbarn, der Cembalobauer Nitta und seine Assistentin Kaoru. Zwischen ihnen entwickelt sich bald eine Dreiecksbeziehung, die Ruriko in Versuchung bringt, das Glück von Nitta und Kaoru zu zerstören, so wie es die Geliebte ihres Mannes getan hat.

Mit diesen paar Sätzen ist die Handlung des Romans leider schon so gut wie komplett zusammengefasst. Ogawa konzentriert sich weniger auf überraschende Wendungen noch auf große Konflikte, die Erzählung plätschert unauffällig und lautlos dahin. Damit bleibt sie aber keinesfalls oberflächlich. Ogawa erzählt, doch was tatsächlich in den Protagonisten vorgeht, wie die Stimmung in den kleine Szenen umschwingt, das muss man beim Lesen selbst beobachten. Diesen Erzählstil muss man mögen. Zärtliche Klagen ist kein Liebesroman, er ist – wenn man es irgendwie kategorisieren kann – wohl am ehesten „schöne“ Literatur, gepaart mit einer sanften, „japanischen“ Erzählweise.

Fazit

Was man sich unter "japanischer" Erzählweise vorstellt - allerdings gibt es noch bessere Bücher von Ogawa.

Verfasst am 18. Februar 2017 von

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