Des Grases Blumen

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Originalausgabe:
草の花 1954

Aus dem Japanischen von Otto Putz:
Angkor Verlag
212 Seiten
ISBN: 9783936018844

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Der Einzeller
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Mizuko Masuda

Wie einsam kann ein Mensch sein, dass ihm der Tod nichts mehr ausmacht? Der Erzähler lernt in einem Sanatorium für Lungenkranke Shiomi kennen. Als einziger im Zimmer bleibt Shiomi in sich gekehrt und scheint auch keine Angst vor dem Tod zu haben. Als Shiomi bei einer Operation stirbt, hinterlässt er dem Erzähler seine Notizhefte, in denen er aus seinem Leben erzählt.

Es ist ein ungewöhnlicher und indirekter Zugang zu Shiomi: Erst nach einer Einleitung durch den Erzähler, der Shiomi aus der Außenperspektive schildert, kommt er durch seine Aufzeichnungen selbst zu Wort. Es sind zwei Notizhefte, die Shiomi hinterlässt und die zwei besondere Zeitpunkte in seinem Leben nacherzählen.

Zum ersten Zeitpunkt ist er 18 Jahre alt und verliebt sich in einen guten Freund. Im zweiten Buch ist er schon 24 Jahre alt, sein Einzug in den Zweiten Weltkrieg steht kurz bevor. Diesmal liebt Shiomi die Schwester jenes Freundes.

Da Shiomis Aufzeichnungen auf die zwei Notizhefte beschränkt sind, bleiben viele Fragen unbeantwortet. Warum ließ Shiomi sich kurz vor seinem Tod taufen? Hat er den Arzt zur Operation gedrängt, weil er sterben wollte? Und ist Shiomi nicht zu einem Großteil auch selbst Schuld an seiner Einsamkeit?

Fukunaga zeichnet ein düsteres, melancholisches Bild. Der Roman ist geprägt von einer großen Leere und Einsamkeit. Auch wenn Shiomi sich verzehrt nach Liebe, auch wenn er über Religion diskutiert, er findet letztlich keinen Halt, sondern zieht sich in sich selbst zurück. Shiomis Geschichte ist keineswegs die eines unbedarften Jungen, der desillusioniert wird, sondern eines von Anfang bis Ende einsamen Menschen, der zu früh dem Tod begegnet.

Und trotzdem ist der Roman nicht todtraurig, verfällt auch der Erzähler nicht in Endzeitstimmung. Es fehlt dem Roman an bedrückender Schwere, wie sie etwa Krankengeschichten wie Urlaub für die Ewigkeit oder Fremde Familie oft mit sich bringen. Denn letztlich begegnet Shiomi der Welt mit einer Stärke, bleibt auch der Erzähler pragmatisch. Der Tod ist eben allgegenwärtig im Sanatorium.

Fazit

Ein melancholisches Buch, das die Einsamkeit in all ihren Facetten spiegelt.

Verfasst am 25. März 2012 von

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