Masuji Ono, der vor Ende des Zweiten Weltkriegs ein berühmter Maler patriotischer Propagandabilder war, wird nach dem Krieg für seine Arbeit ausschließlich kritisiert und sogar von seinen ehemaligen Schülern verleugnet. Wie sehr die Gesellschaft ihn ablehnt, wird auch daran deutlich, dass er seine Tochter mit keinem Mann verheiraten kann.
Doch was der tatsächliche Auslöser für Onos Probleme ist, verrät der Roman im ersten Viertel zunächst eigentlich nicht, würde es nicht bereits im Klappentext thematisiert. Ruhig und friedlich beginnt die Erzählung aus der Ich-Perspektive des inzwischen ergrauten Malers, der zunächst ausführlich sein traditionelles japanisches Haus beschreibt.
Erst später wird deutlich, dass dieses Haus in seiner traditionellen, aber durch den Krieg jedoch beschädigten Art Onos Situation mit einer erstaunlichen Genauigkeit symbolisiert. Subtil erschließt sich auch die weitere Erzählung: Die Dialoge müssen aufmerksam gelesen werden, um auch das zwischen den Zeilen Gesagte zu erkennen. Vieles wird von Ono zunächst nur angedeutet und erst später erklärt.
Dadurch, dass man als Leser auf diese Erzählweise völlig ahnungslos an Masuji Ono herantritt, vermeidet Ishiguro eine vorschnelle Anklage des alten Malers. So besteht beim Lesen die Chance, unvoreingenommen die Motive des alten Mannes nachzuvollziehen – und sich danach ein eigenes Urteil zu bilden.



















