Das Grab der wilden Chrysantheme

Das Grab der wilden Chrysantheme

野菊の墓
Rezension vom: 21. April 2012 von // Zuletzt aktualisiert: 18. August 2019

Geschichten aus Japan um 1900 sind faszinierend. Vielleicht gerade deshalb, weil die Geschichten noch ein traditionelleres, einfaches Leben ohne Technologie zeigen. So wie auch diese bittersüße Liebesgeschichte, die in einer ländlichen Szenerie spielt.

Der fünfzehnjährige Masao wohnt gemeinsam mit seiner Mutter und Cousine zusammen. Da die Mutter kränklich ist, kümmert sich die zwei Jahre ältere Cousine Tamiko um den Haushalt. Tamiko ist für die Mutter wie ein zweites Kind. Dementsprechend locker ist auch der Umgang zwischen Masao und Tamiko.

Doch die Nachbarn sehen die beiden nicht so gerne zusammen und es entstehen Gerüchte darüber, dass sich zwischen beiden eine Beziehung anbahnt. Dies ist auch der Fall. Bei einem Ausflug in die Natur werden beide sich ihrer Gefühle bewusst. Als die Mutter dies erfährt, trennt sie die beiden – und bald darauf geschieht ein Unglück, das ein glückliches Zusammenfinden von Masao und Tamiko verhindert.

Was die Geschichte so lesenswert macht, ist nicht nur die schmerzlich-melancholische Stimmung, sondern auch die ländliche Umgebung. Masaos und Tamikos Liebe spielt sich nicht in der Stadt, in Häusern und hinter Türen ab, sondern in der freien Natur, in der Einsamkeit, zwischen duftenden Blumen und dem leuchtenden Mond.

Einziger Mangel an der vorliegenden Übersetzung ist, dass sie scheinbar nicht von einem Muttersprachler lektoriert wurde. Dadurch, dass der japanische Übersetzer den Text ins Deutsche übertragen hat, entstehen so manchmal Ausdrücke und Redewendungen, die zwar verständlich sind, aber genau so im Deutschen nicht unbedingt benutzt würden. Trotz allem macht Yamada aber durch seine Übersetzung, auch wenn sie sich an einigen Stellen ein wenig holprig liest, einen wunderbaren japanischen Text zugänglich.

Fazit
Geschichte über eine unerfüllte Jugendliebe, angesiedelt in einer ländlichen Szenerie.

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