Battle Royale

バトル・ロワイアル

Heyne , 624 Seiten, ISBN:978-3453437210

Originalausgabe: Ôta Shuppan 1999
Aus dem Japanischen von Akiko Altmann.

Battle Royale

Die Trilogie um die Tribute von Panem, in der Kinder wie Gladiatoren in einer Kampfarena gegeneinander kämpfen müssen bis nur noch eines übrig bleibt, wurde zum Bestseller. Dass aber schon knapp 10 Jahre zuvor in Japan ein Buch mit nahezu ähnlichem Plot erschien, ist kaum jemandem bekannt.

Battle Royale und Die Tribute von Panem haben vieles gemeinsam: In einer dystopischen Welt werden unter einem grauenhaften Regime jährlich Wettkämpfe abgehalten, in denen sich die Teilnehmer bis auf den Tod bekämpfen müssen. Gewinner ist, wer als letzter noch lebt. Besonders erschreckend ist, dass Teenager zu diesem grausamen Spiel gezwungen werden.

Anders als bei den Tributen von Panem, wo die Teilnehmer aus verschiedenen Distrikten ausgewählt werden, ist es in Battle Royale aber immer eine Schulklasse, die gegeneinander antreten muss. Dies gibt dem grausamen Wettkampf eine ganz andere Dynamik: Die Teilnehmer kennen sich, sind miteinander befreundet oder sogar ineinander verliebt.

Während es bei den Tributen von Panem nur um eine einfache Kampfshow geht, kommt bei Battle Royale also noch eine psychologische Komponente hinzu. Zwar gibt es auch viele Kampfszenen, die teilweise sehr brutal sind, der Fokus liegt aber eindeutig auch auf der Psyche der Charaktere.

Aus mehreren Perspektiven beschreibt Takami die unterschiedlichen Reaktionen der Schüler. Einige schließen sich in Guppen zusammen, andere laufen Amok, schmieden Fluchtpläne oder verstecken sich. Bis zum Schluss schwingt dabei die Frage mit: Kann ich meinen Freunden vertrauen oder werden sie mich zum Schluss doch töten?

Was beim Lesen leider überdeutlich hervorsticht, sind einfache Rechtschreib- und Grammatikfehler. So finden sich beispielsweise auf nur einer Seite folgende Fehler:

Auf dem Meer sag er […].
Als er sich gerade die andere Seite des Riffs hinunterklettern wollte […].
Dann atmete er atmete erleichtert auf […]. (alle S. 98)

Oder auch syntaktische Fehler wie:

Bevor er er durch die schlüpfte, warf er einen letzen Blick auf […]. (S. 428)

Zwar liest sich der Text trotzdem recht flüssig, ärgerlich sind die Fehler aber schon, da sie mit einer einfachen Korrekturlesung hätten beseitigt werden können – zudem die aktuelle Ausgabe sogar noch eine Neuauflage ist und die Fehler inzwischen längst hätten bemerkt werden können.

Ergänzung 17.11.2012: Nach einem Hinweis auf Facebook befinden sich diese Fehler nicht in der ersten Auflage des Buches, das bei Heyne Hardcore erschien.

Sieht man über diese Fehler hinweg, die ein wenig de Eindruck vermitteln, als sei das Buch etwas stiefmütterlich vom Verlag behandelt worden, ist Battle Royale von Anfang bis Ende spannend, gewalttätig und unterhaltend. Besonders im Hinblick auf den Gewalt- und Psychologiegehalt könnte man Die Tribute von Panem im Vergleich[1] als Light-Version von Battle Royale bezeichnen.

[1] Anmerkung: Verglichen wurde Battle Royale nur mit dem ersten Band der Tribute von Panem, da in diesem der abgeschlossene Kampf in der Arena stattfindet.

Verfasst am 17. November 2012 von

Battle Royale
Heyne 2012, 624 Seiten, 9,99 € ISBN: 978-3453437210
Originalausgabe: Ôta Shuppan 1999
Fazit
Battle Royale stellt Die Tribute von Panem in den Schatten!

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Kommentare

  1. Jetzt hab ich mal, nachdem mir Battle Royale (und auch die Verfilmung) schon länger bekannt waren, den ersten Teil der Hunger Games auch gelesen – gut, der ursprüngliche Gedankenkonstrukt ist ähnlich. Aber umgesetzt ist es ja dann doch komplett anders. Was ich jetzt als großen Unterschied – und eigentlich auch als großes Plus für die Tribute – sehe, ist die Erzählperspektive. In den Tributen wird gar nicht von der Erzählperspektive der Katniss abgewichen – dadurch bleibt so vieles ungeklärt und macht es dann eigentlich auch noch einmal spannender. –

    Dass sich herausgestellt hat, dass in der zweiten Auflage Fehler drin sind, die da vorher nicht da waren, ist witzig – es wäre interessant, dann die Reaktion vom Verlag zu lesen. 😉

  2. Ich finde die unterschiedlichen Perspektiven gerade gut! Während bei Panem ja von Anfang an klar ist, dass das Mädchen gewinnen muss, bin ich zwischendurch echt ins Zweifeln gekommen, ob der, der der Hauptcharakter zu sein scheint, auch wirklich durchkommt!

  3. Klingt kindisch, aber ich weigere mich Panem zu lesen. 😀

    Ich mag Battle Royale sehr gern, ich weiß noch, wie ich das Buch damals in einer Nacht im Rutsch gelesen habe, weil ich es nicht weglegen konnte. Diese „Noch xy Schüler…“ und ich hab wirklich mitgefiebert, wie es wohl weitergehen würde, weil man es ja nie wissen kann, ob es am Ende eine unerwartete Wendung gibt. Und man fühlt mit den Charaktern. Ach Mimura… 🙁

  4. Ich muss gestehen, dass ich eher ein Lese-Muffel bin: Schon in der Schule oder im Studium, habe ich gekonnt nahezu jedes Buch oder jeden Text ungelesen gelassen. Ebenso muss ich gestehen, dass mich japanische Publikationen (Stichwort: Magnas, Animes, Filme) bisher doch immer eher verschreckt haben.
    Umso bemerkenswerter ist es, dass wenn mich Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder nach meiner Lieblingslektüre fragen, ich stets wie aus der Maschinenpistole (Kazuo 😉 ) geschossen „Battle Royale“ antworte.
    Ich kann mich den Worten des Großmeisters Stephen King nur anschliessen: „Battle Royale ist wahnsinng unterhaltsam. Oder einfach nur wahnsinnig“.
    Battle Royale ist dermaßen fesselnd, spannend, böse, gnadenlos aber auch tiefsinnig und stellenweiße sogar romantisch (!), dass ich es innerhalb weniger Tage durchgelesen habe… und dann ein zweites Mal (ich habe noch nie in meinem Leben ein Buch freiwillig ein zweites Mal gelesen).
    Ich persönlich kann dem Fazit dieses schönen Artikels hier nur zustimmen: „Battle Royale stellt die Tribute von Panem in den Schatten!“ Und zwar um Längen.
    Man fiebert mit den Charaktären mit. Man betet innerlich „Bitte lass sie/ihn überleben, Bitte!“. Es gibt Charaktäre im Buch, welche man besonders zu lieben lernt und deren Verlust als Leser besonders „schmerzt“. Bei anderen ist man erleichtert, dass sie nun endlich weg von den Bildfläche sind.

    Ich darf dieses Buch nur wärmstens empfehlen!

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