Das japanische Desaster. Fukushima und die Folgen

Das japanische Desaster. Fukushima und die Folgen

Rezension vom: 27. August 2011 von // Zuletzt aktualisiert: 7. Mai 2019

Das Erdbeben vom 11. März 2011 wurde gleich zu einem dreifachen Unglück: Erdbeben – Tsunami – Atomunfall. Johannes Hano, Leiter des ZDF-Studios Ostasien, hielt sich zu diesem Zeitpunkt zufällig in Japan auf und schildert nun seiner Erlebnisse.

Das Buch enthält eine Chronologie der Ereignisse, kombiniert mit persönlichen Tagebuchaufzeichnungen vom 11. bis 18. März. Der Schwerpunkt liegt dabei – Hano bedauert selbst, dass er sich nicht um alles kümmern konnte – auf dem Atomunfall in Fukushima. Während Japan noch von den Opfer durch den Tsunami gelähmt ist, ist Hano konzentriert auf das Atomkraftwerk, werden Informationen zu Tepco, Millisievert und radioaktiven Substanzen gecheckt.

Hanos Chronologie spiegelt die Ereignisse der Tage direkt nach dem Erdbeben gut wieder und zeigt noch einmal, was eigentlich alles passiert ist und wie schlimm es deshalb auch jetzt noch um das Atomkraftwerk steht. Daneben zeigt sie aber vor allem die Arbeit eines Auslandskorrespondenten in einer Krisensituation: Was soll man berichten, wenn die Meldungen sich widersprechen? Wie viel wird verschwiegen und was lässt sich zwischen den Zeilen herauslesen? Ist es für die Mitarbeiter noch sicher, in Tokyo weiterzuarbeiten? Hano muss sich bei seinen Entscheidungen oft auf ein Bauchgefühl verlassen, ist aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse angewiesen auf die japanische Mitarbeiterin Fuyuko, die mit ihrer Tochter die Nachrichten screent.

Wer die ZDF-Nachrichten zu jener Zeit mitverfolgt hat, hat aber das Gefühl, bis auf die Einblicke hinter die Kulissen nichts Neues zu lesen. Logisch, denn schließlich hat Hano die Berichterstattung des ZDF wesentlich geprägt. Die dramatisierende Perspektive auf das Unglück, für die die deutsche Berichterstattung Kritik erntete, ist immer noch dieselbe. So wird zum Beispiel von der Grenze zum 20km-Radius um das Kernkraftwerk als Tor zur Hölle geredet.

Auch wenn der teilweise dramatisierende Ton etwas stört und die Perspektive – im Gegensatz zu zum Beispiel der aktuellen Publikation von Reinhard Zöllner – doch sehr einseitig bleibt, zeigt Hanos Buch aber eines deutlich: Im Ernstfall sollte man sich nicht auf Beschwichtigungen verlassen.

Fazit
Persönlicher Erlebnisbericht der Ereignisse bis in den Juni 2011 aus dem Blick eines ZDF-Reporters mit Blick hinter die journalistischen Kulissen.

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