Blutroter Tod

Blutroter Tod

Reiko Himekawa ermittelt in Tokio

ストロベリーナイト
Rezension vom: 3. Dezember 2019 von // Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2025

Leider lässt das Cover auf den ersten Blick nicht unbedingt auf einen Kriminalroman schließen. Die Frau im Anzug könnte genauso gut ein Coach sein und das Buch ein Ratgeber. Der Titel Blutroter Tod – im Original heißt der Krimi übrigens Strawberry Night – lässt aber immerhin keinen Zweifel daran, dass es hier um einen Mordfall geht.

Diesen Mordfall darf die dreißigjährige Reiko Himekawa lösen. Reiko macht ihren Beruf aus Leidenschaft, ist dynamisch, schon früh in hoher Position, durchsetzungsfähig und unerschrocken. Nur heiraten möchte sie sehr zum Bedauern ihrer Mutter nicht – auch wenn sie im beruflichen Umfeld natürlich genug Männer hat, die heimlich in sie verliebt sind.

Reiko ist also wie so viele Ermittler in so vielen Krimis mit der Arbeit verheiratet. Um noch eins draufzusetzen, ist sie auch selbst Opfer eines Verbrechens geworden, ehe sie zur Polizei ging. Die Polizistin, die damals in Reikos Fall ermittelte, kam dabei um. In Reikos Gedanken spricht sie aber noch ab und an mit ihr und gibt Reiko Eingebungen, wie der Mordfall zu lösen ist. Klingt ein bisschen überzeichnet? Ja, so wirkt das gesamte Buch.

Nicht nur die Figuren sind überzeichnet, nicht nur der Fall ist besonders grausam, auch die Sprache ist teilweise richtig derbe. Inwiefern das vielleicht auch aus der Zweitübersetzung aus dem Englischen resultiert, lässt sich schlecht beurteilen. Die typischen kleinen Fehler im Rahmen einer Zweitübersetzung treten aber auf, wie beispielsweise Gyoza als „Klöße“ (in der englischen Version des Buches wahrscheinlich „dumplings“) zu bezeichnen:

„Ich hätte als Beilage gern Gyoza-Klöße bestellt, aber hinterher stinkt man so nach Knoblauch.“ Zitat aus: Tetsuya Honda, Blutroter Tod, E-Book-Ausgabe

Die sprachliche Balance fehlt aber auch in anderer Hinsicht:

„Reiko griff sich ihre Handtasche, schleuderte sie über die Schulter und stakste davon.“ Zitat aus: Tetsuya Honda, Blutroter Tod, E-Book-Ausgabe

„Die Frau war wirklich umwerfend, nicht so eine billige Barbiepuppe wie der Trampel Himekawa. Allein ihr Knochenbau! Einfach klasse. Na gut, die Braut schlief herum, aber wenigstens trieb sie es mit einem der Kreativchefs. So wünschte Gott sich die Frauen!“ Zitat aus: Tetsuya Honda, Blutroter Tod, E-Book-Ausgabe

Wenn man über die sprachliche Umsetzung hinwegsehen kann, ist Blutroter Tod eine durchaus solide Krimikost ohne Längen.

Fazit
Ein unterhaltsamer, relativ durchschnittlicher Krimi.

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