Mit dem Gramamtikübungsbuch Japanisch bietet der Buske Verlag ein Übungsbuch an, das Anfänger mit Grundkenntnissen sowie fortgeschrittene Lernende dabei unterstützen soll, die Strukturen japanischer Grammatik zu verstehen, einzuüben und zu festigen. Inwiefern dies gelingt und für welche Zielgruppe sich das Buch tatsächlich eignet, analysiert diese Rezension.
1. Zielgruppe
Als Zielgruppe nennt das Buch selbst Anfänger mit ersten Grundkenntnissen sowie fortgeschrittene Lernende. Unter Grundkenntnissen ist dabei insbesondere zu verstehen, dass die japanischen Schriften Hiragana und Katakana beherrscht werden müssen, um die Beispielsätze zu lesen. Anders als in anderen Anfängergrammatiken gibt es in diesem Grammatikbuch keinerlei Lesehilfen mehr.
Während sich die meisten Lehr- und Übungsbücher bei der Einstufung des Schwierigkeitsgrades am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) orientieren und die Bücher in die Niveaus A1, A2 und so weiter einteilen, ist es bei der vorliegenden Grammatik zudem sehr angenehm, dass sie die grammatischen Phänomene nach den Schwierigkeitsgraden des Japanese-Language Proficiency Test (JLPT) ordnet. So finden sich auf der ersten Stufe N5 33 sowie auf der zweiteinfachsten Stufe N4 38 Unterkapitel, die nacheinander, aber auch in beliebiger Reihenfolge durchgegangen werden können. Dies macht das Grammatikübungsbuch zu einem flexiblen Begleitbuch für jedes Lehrbuch.
2. Grammatikalische Erklärungen
Auch wenn das Buch Grammatikübungsbuch heißt, handelt es sich meiner Ansicht nach in erster Linie um ein Nachschlagewerk. Zwar enthält das Buch durchaus anspruchsvolle Übungen, jedoch machen die Erklärungen den Großteil des Buches aus. Es handelt sich hier also weniger um ein klassisches „Drill“-Buch, mit dem man Grammatik einüben kann, bis sie sich gefestigt hat. Vielmehr dienen die Übungen dazu, das gerade Gelesene zu festigen.
Die grammatischen Erklärungen, die also den überwiegenden Teil des Buches ausmachen, sind strukturiert, ausführlich und enthalten viele Beispiele. An Stellen, an denen es Bezüge zu anderen grammatischen Phänomenen gibt, verweisen die Kapitel zudem gegenseitig aufeinander. Indem die Erklärungen zahlreiche Fachbegriffe verwenden, sind sie sehr genau und präzise, erschweren aber zugleich Lernenden, die eine intuitivere Herangehensweise haben, das Verständnis. Konzessive Konnexpartikeln, temporale Adverbialpartikeln, Interrogativa als Indefinitpronomina und intransitive Verben – all dies sind nur Überschriften, aber auch die Erklärungen verwenden entsprechende Fachwörter.
Wer mit diesen Fachwörtern leben kann, wird sich sicher freuen, dass jedes grammatische Phänomen auch entsprechend mit dem dafür im Japanischen gebräuchlichen Fachbegriff ausgewiesen ist – so lässt sich später auch auf Japanisch über Grammatik sprechen.
3. Übungen
Nicht jedes Kapitel hat eigene Übungen, sondern manchmal werden die Übungen auch zusammengefasst, wenn es thematisch Sinn ergibt. Alle Übungen sind so ausgelegt, dass sie sich auch im Selbststudium bearbeiten lassen – im hinteren Teil des Buches finden sich alle Lösungen.
Der Schwierigkeitsgrad der Übungen ist angemessen, leider gibt es jedoch für mein Empfinden zu wenige, als dass sie das neu Gelernte ausreichend festigen würden.
4. Layout und Gestaltung
Das Grammatikübungsbuch ist im typischen, cleanen Buske-Layout gestaltet. Überall dort, wo es möglich ist, systematisieren Tabellen die grammatischen Phänomene. Darüber hinaus gibt es aber dem Charakter eines Nachschlagewerkes entsprechend keinerlei Visualisierungen oder Bilder.
5. Zusatzmaterialien
Das Grammatikübungsbuch enthält im Anhang neben den Lösungen zu den Grammatikübungen ein japanisch-deutsches Vokabelverzeichnis, das die im Buch verwendeten Wörter enthält. So kann das Buch als in sich geschlossenes Werk ohne weitere Hilfsmittel genutzt werden.
6. Autodidaktisch lernen vs. Lernen im Kurs
Da das Buch als Nachschlagewerk konzipiert ist, können die einzelnen grammatischen Phänomene in einer selbst festgelegten Reihenfolge und komplett selbständig durchgearbeitet werden. Die Übungen sind darauf ausgelegt, in Stillarbeit und allein gelöst zu werden. Dementsprechend wird ausschließlich das Lese- und Schreibverstehen geschult. Das Buch eignet sich somit weniger für den aktiven Einsatz im Unterricht.
Sprachniveau
A1 A2 B1 B2 C1 C2
JLPT
N5 N4 N3 N2 N1
Lernformen
Vorteile:
– umfangreiche, systematische Grammatik
– strukturiert nach Anforderungen des JLPT
Nachteile:
– Erklärungen sehr fachwortlastig
























