Der Schatten der blauen Katze

Der Schatten der blauen Katze

青猫家族輾転録
Rezension vom: 25. September 2010 von // Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2026

Auch wenn sein Ausdrucksstil für einen 51-jährigen vielleicht nicht ganz angemessen ist, wie er im Vorwort an seine Leser bemerkt, drängt es Yajima dazu, seine Geschichte zu erzählen: eine ganz alltägliche, eher unspektakuläre Geschichte, dafür aber typisch und stellvertretend für seine Generation.

In einem kommentierenden, vieles vorweg andeutenden Stil, leitet uns Yajma durch seine Lebensgeschichte, die im Grunde die Suche eines einfachen Menschen nach dem kleinen, persönlichen Glück ist:

„Ach! Schlafen kann in den Nächten dieser großen Stadt
nur der Schatten einer blauen Katze
Er erzählt von der Geschichte der unglücklichen Menschheit
Ein blauer Schatten des Glücks, den wir uns so innig wünschen.“
(Seite 156)

Ein bisschen fühlt es sich an wie beim Film Forrest Gump, bei dem der Forrest uns auch durch seine Geschichte führt. Nur ist die Erzählung von Yajima verworrener, springt immer wieder zwischen den Zeitebenen und verschiedenen Handlungssträngen.

Am Anfang ist es deshalb ein bisschen schwer, der Erzählung zu folgen. Mit der Zeit zeichnen sich aber deutlich drei Themenbereiche ab: Yajimas Jugendzeit, verbunden mit der Erzählung von seinem Onkel, mit dem ihn etwas besonderes verbindet. Zweitens sein Leben als Angestellter in den 90er Jahren und seine berufliche Weiterentwicklung. Außerdem sein Familienleben in der Gegenwart und die Verschlossenheit seiner Tochter, die in der Schule gemobbt wird.

Yajimas Leben ist eher unspektakulär, trotzdem liest sich seine Geschichte durch das Springen zwischen den einzelnen Erzählebenen nicht langweilig. Seine Probleme sind alltäglich, aber dafür auch lebensnah.

Es scheint fast so, als wolle Yajima das Gefühl einer ganzen Generation einfangen: Seine Erlebnisse stehen immer im Kontext von besonderen Ereignissen, die im kollektiven japanischen Gedächtnis verankert sind: der Wirtschaftskrise der 90er, dem Giftgasanschlag auf Tokyo 1995, dem grausamen Mord eines 14-jährigen 1997 (dieses Ereignis verarbeitet übrigens Miri Yu in Gold Rush) und sogar dem 11. September.

Fazit
Dieses Buch dokumentiert im Stil eines Ich-Romans die gegenwärtigen, alltäglichen Probleme eines Durchschnittsjapaners - die eigentlich globale Probleme sind.

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