Japan ohne Sprachkenntnisse bereisen und trotzdem für jede Situation einen Satz parat haben? Dies soll PONS umfangreiches Reisewörterbuch möglich machen.
Im Gegensatz zu dem bereits rezensierten Sprachführer von Langenscheidt enthält das PONS-Wörterbuch deutlich mehr Sätze, Informationen und Vokabeln – dafür wurde jedoch an japanischen Schriftzeichen gespart: Alle Sätze sind ausschließlich in lateinischer Umschrift wiedergegeben. Auch das Wörterbuch enthält keinerlei Kanji. Das macht das Nachschlagen nicht nur für Lernende mit ersten Japanischkenntnissen ungewohnt, sondern nimmt auch die Möglichkeit, im Wörterbuch gezielt auf einzelne Sätze oder Begriffe zu zeigen.
Während der Sprachführer von Langenscheidt vor allem auf die nötigste Verständigung abzielt, scheint das PONS-Reisewörterbuch Hilfestellung für vollständige Gespräche geben zu wollen. Das ist zwar gut gemeint, hilft in der Praxis jedoch nur bedingt weiter. Wie soll man mit Fragen wie „Wofür interessieren Sie sich?“ ein Gespräch beginnen, wenn man eigentlich gar kein Japanisch versteht?
Grundsätzlich eignet sich das Reisewörterbuch also für jeden Japanreisenden, da es für fast alle Situationen Sätze bereithält und viele wichtige Vokabeln mitliefert. Allerdings sind die Sätze oft recht lang und komplex, und es ist fraglich, ob man sich mithilfe der – vor allem nur in lateinischer Umschrift wiedergegebenen – Sätze auf Dauer gut verständigen kann.
Informationen innerhalb der einzelnen Kapitel – etwa dazu, wie man nach Deutschland telefoniert oder wie japanische Adressen aufgebaut sind – sind durchaus hilfreich, lassen sich heute jedoch mit wenigen Klicks auch schnell im Internet recherchieren.
Wegen der fehlenden japanischen Schreibweise und des recht großen Umfangs, der schnell unübersichtlich werden kann, empfehle ich daher den kompakteren Sprachführer von Langenscheidt – nicht zuletzt, weil viele der Möglichkeiten, die PONS in seinem Reisewörterbuch bietet, von Personen ohne Japanischkenntnisse kaum sinnvoll genutzt werden können. Manchmal müssen es vielleicht gar keine vorgefertigten, abgelesenen Sätze sein; dann kann die Verständigung mit Händen und Füßen durchaus besser funktionieren.



















