Räume des Lichts

Räume des Lichts

光の領分
Rezension vom: 15. April 2023 von // Zuletzt aktualisiert: 28. September 2024

Bereits 2016 verstarb Yuko Tsushima, die in Japan für ihr Wirken zahlreiche Preise erhielt. Der Arche-Verlag bringt nun erstmals einen Roman der Autorin in Deutschland heraus.

Yuko Tsushima erzählt von einer alleinerziehenden Frau, die Schwierigkeiten hat, mit ihrem neuen Leben zurechtzukommen. Der Umzug in die neue Wohnung – lichtdurchflutet und hell – scheint zunächst eine positive Wendung in ihrem Leben darzustellen, doch bald wächst ihr die Verantwortung über den Kopf. Ihre kleine Tochter spürt dies und leidet unter Schlafproblemen und Wutanfällen. Die junge Mutter trifft sich mit flüchtigen Bekanntschaften und erhält ausgerechnet an dem Abend von ihrem Exmann Besuch, an dem sie betrunken aus einer Kneipe kommt.

Um die Handlung besser einordnen zu können, muss man wissen, dass Räume des Lichts bereits 1979 veröffentlicht wurde. Zwar sind die Erlebnisse der namenlosen jungen Mutter universell, vor dem Hintergrund, dass allein erziehende, in Scheidung lebende Mütter jedoch in den 1970er Jahren noch seltener waren, erklärt sich, warum die junge Mutter in ihrer Situation so ausgegrenzt und durch die Gesellschaft kritisch beobachtet scheint.

Wohl auch im Zusammenhang damit, dass Räume des Lichts als Fortsetzung in einer Literaturzeitschrift erschien, sind die einzelnen Kapitel episodenhaft und in sich abgeschlossen. Ein wenig enttäuschend ist, dass die letzten Episoden den Eindruck erwecken, als würde die Geschichte ohne ein richtiges Ende einfach auslaufen. Es gibt weder eine richtige Lösung für die Probleme der alleinerziehenden Mutter noch zeichnet sich ab, wie es weitergehen wird.

Die Kombination aus den anonymisierten Figuren von Mutter und Tochter und der ruhigen, jedoch distanziert-beschreibenden Erzählweise macht Räume des Lichts deshalb nicht unbedingt zu einer leicht zugänglichen Lektüre. Umso hilfreicher ist das Nachwort der Übersetzerin, das Tsushimas Werk einordnet.

Fazit
Ein Roman über das (schwierige) Leben einer allein erziehenden Frau im Japan der späten 70er Jahre.

Artikel im Blog

Zufällig ausgewählt: In Büchern stöbern

ランダムに選択しました

Nach dem großen Beben
Matjes mit Wasabi
Das Jagdgewehr
Nicht überall schreibt man mit ABC
Die Pachinko-Kugeln
Die Stadt und ihre ungewisse Mauer

Die neuesten Rezensionen

Akikos lange Reise
Akikos lange Reise 28. Februar 2026
Die Geisha
Die Geisha 27. Februar 2026
Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren
Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren 22. Februar 2026
Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen
Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen 21. Februar 2026
Water Moon
Water Moon 20. Februar 2026
Der Hase im Mond
Der Hase im Mond 19. Februar 2026
Literatur direkt aus Japan Literatur direkt aus Japan

Hier erfährst du mehr über Bücher, die es bisher nur in Japan gibt.

Bücher kaufen Wo kann ich japanische Bücher kaufen?

Ein kleiner Guide für Einsteiger

Zeitstrahl Zeitleiste

Suche dir Bücher aus nach der Zeit, in der sie spielen.

Neuerscheinungen Neuerscheinungen

Alle Neuerscheinungen für im Überblick.