Die Straße der tausend Blüten

Die Straße der tausend Blüten


Verfasst am: 26. März 2010 von // Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2026

Japan, Tokyo, 1939. Hiroshi und Kenji sind Brüder, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie möchten beide einen traditionellen Berufsweg einschlagen, der eine als Sumoringer, der andere als Maskenschnitzer für das Theater. Doch der zweite Weltkrieg führt bei beiden zu einem starken Einschnitt in ihr bisheriges Leben.

Nach dem Tod ihrer Eltern wachsen der starke, selbstbewusste Hiroshi und sein kleiner Bruder Kenji, der eher verträumt und verschlossen ist, bei ihren Großeltern auf. Während Hiroshi an seiner Karriere als Sumoringer arbeitet, freundet sich Kenji mit dem berühmten No-Maskenschnitzer Yoshiwara an, der ihm die Grundkenntnisse im Maskenschnitzen näherbringt.

Als der Krieg beginnt, werden die Zukunftsträume der Brüder zunächst auf Eis gelegt. Hiroshi kann nicht weiter als Sumoringer trainieren und Kenjis Meister Yoshiwara muss fliehen, um nicht zum Kriegsdienst eingezogen zu werden. Hiroshi und Kenji, die noch zu jung sind, um als Soldaten zu kämpfen, erleben den Krieg und die Bombardierungen zusammen mit ihren Großeltern in einem selbstgebauten Schutzbunker, der kaum mehr als eine Erdgrube ist.

Als der Krieg endet, hat sich die Welt vollkommen verändert. Überall sind Amerikaner, die nun das Land besetzen. In rasantem Tempo scheint sich das Umfeld zu wandeln. Doch für Hiroshi und Kenji eröffnet sich trotz allem wieder die Möglichkeit, ihre alten Träume zu verfolgen – sie stehen nun zwischen Tradition und Moderne.

Diesen Konflikt versucht die Autorin mithilfe zweier „typisch japanischer“ Protagonisten – Hiroshi als unerschrockenem Krieger und Kenji als sanftmütigem Schöngeist – herauszuarbeiten. Dies gelingt ihr jedoch nur bedingt, denn die Welt, in der sich die Brüder und ihre Familienangehörigen bewegen, wirkt etwas leblos.

Zwar werden beispielsweise die Rituale eines Samuraikampfes detailliert beschrieben, doch ein echtes Gefühl des Dabeiseins stellt sich nicht ein. Auch die Verwendung zahlreicher japanischer Begriffe (anstelle von „Opa“ oder „Großvater“ wird stets das japanische Wort „ojiisan“ verwendet) verleiht der Erzählung keine größere Authentizität.

Die Charaktere wirken oberflächlich und stereotyp angelegt: Auf der einen Seite stehen Figuren wie beispielsweise Hiroshis Großvater, der gutmütig ist und sich entschieden gegen den Krieg ausspricht – auf der anderen Seite findet sich der typische „Bösewicht“, der den Krieg bedingungslos unterstützt und den Ehering von Hiroshis Großmutter beschlagnahmt, um damit den Staat noch stärker im Krieg zu unterstützen.

Sieht man darüber hinweg, ist Die Straße der tausend Blüten aber ein solider Unterhaltungsroman, der von einer spannenden Zeit voller Umbrüche erzählt.

Fazit
Ein solider Unterhaltungsroman über den Zweiten Weltkrieg und den Konflikt Umbruch zwischen Tradition und Moderne.

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