Das Rätsel der Schwarzen Lotusblüte

Das Rätsel der Schwarzen Lotusblüte

Rezension vom: 27. Oktober 2011 von // Zuletzt aktualisiert: 18. August 2019

Sano Ichirô, der Sonderermittler des obersten japanischen Militärmachthabers, ermittelt in seinem sechsten Mordfall. Diesmal bekommt er es mit einer Sekte zu tun, die einen heiligen Krieg gegen das Tokugawa-Regime und seine Bürger plant.

Anfangs handelt es sich dabei wie immer um einen ganz normalen Mordfall: Drei Menschen werden in einem Haus auf dem Tempelgelände der Schwarzen Lotusblüte verbrannt. Die Untersuchungen ergeben, dass sie schon vorher tot waren. Als einzige Verdächtige kommt ein junges Mädchen infrage, dass sich an die Nacht nicht mehr erinnern kann.

Sano und Reiko geraten in einen Streit, da Reiko das Mädchen in Schutz nimmt. Beide gehen unterschiedliche Ermittlungswege und Reiko stößt schnell auf die dunklen Machenschaften der Sekte. Damit sich die Sekte ganz Japan Untertan machen kann, werden die Mitglieder einer Gehirnwäsche unterzogen und müssen in Tunneln, die unter der Stadt gegraben werden, Sklavenarbeit verrichten. Das Buch wäre natürlich kein typischer Rowland-Krimi, wenn dazu nicht noch Massenorgien kämen, bei denen sich aber nicht ganz erschließt, welchen Sinn sie für die Sekte haben sollen, wenn es doch das Ziel ist, vornehmlich Krieger für den Kampf gegen das bestehende Regime auszubilden.

Alles wirkt irgendwie konstruiert und unglaubwürdig. Warum sollte die Sekte einen Krieg gegen das Tokugawa-Regime führen, wenn sie ihre Leute doch in alle wichtigen Positionen im Staat eingeschleust hat? Warum wird Reikos Freundin Midori, die sich auf Spionage in den Tempel begibt, nicht, wie alle anderen auch, grausam getötet, als sie entdeckt wird? Warum werden die Leichen überhaupt verbrannt, wenn die Sekte die Möglichkeit hat, sie unterirdisch verschwinden zu lassen? Letztlich wird alles mit dem Fanatismus der Sektenmitglieder erklärt, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass manchmal einfach ein wenig Handlungslogik fehlt.

Von einem historischen Japankrimi ist dieses Buch also weit entfernt. Wer aber Spannung, Brutalität, eine Prise Erotik und leichte Berieselung bevorzugt, kann bei diesem Buch beruhigt das Gehirn ausschalten und sich von der Geschichte unterhalten lassen.

Fazit
Ein weiterer Roman von Rowland mit den üblichen Mängeln: Eine vollkommen stereotype, unglaubwürdige Handlung und nur wenig historisches Japan.

Weitere Bücher von Laura Rowland

Alle 10 Bücher

Artikel im Blog

Zufällig ausgewählt: In Büchern stöbern

ランダムに選択しました

Tödliche Manga
Ganbatte – tu es mit ganzem Herzen
Das Geschenk eines Regentages
Japanische Jahreszeiten
Go!
Grüner Baum in Flammen

Die neuesten Rezensionen

Katzenpfade: Japan
Katzenpfade: Japan 15. März 2026
Die Mitternachtsbäckerei
Die Mitternachtsbäckerei 7. März 2026
Matcha Tee am Montag
Matcha Tee am Montag 6. März 2026
Die Bibliothek meines Großvaters
Die Bibliothek meines Großvaters 5. März 2026
Akikos lange Reise
Akikos lange Reise 28. Februar 2026
Die Geisha
Die Geisha 27. Februar 2026
Literatur direkt aus Japan Literatur direkt aus Japan

Hier erfährst du mehr über Bücher, die es bisher nur in Japan gibt.

Bücher kaufen Wo kann ich japanische Bücher kaufen?

Ein kleiner Guide für Einsteiger

Zeitstrahl Zeitleiste

Suche dir Bücher aus nach der Zeit, in der sie spielen.

Neuerscheinungen Neuerscheinungen

Alle Neuerscheinungen für im Überblick.