Akikos lange Reise ist die Fortsetzung von Akikos stilles Glück. Wie bereits im ersten Teil begibt sich Akiko auf den Pfad der Selbstfindung und geht nun ihrer Familiengeschichte tiefer auf den Grund.
Was eigentlich eine Fortsetzung sein soll, fühlt sich beim Lesen seltsamerweise wie eine Wiederholung an. Noch immer dominiert der Tod der Mutter, noch immer hadert Akiko mit Einsamkeit und Unsicherheit.
Auch die Figuren aus dem ersten Teil begleiten sie weiterhin. Dazu gehört der in sich zurückgezogene Hikikomori (japanisch für eine Person, die vollständig isoliert in ihrer Wohnung lebt und kaum Kontakte zur Außenwelt hat), mit dem Akiko vor allem SMS austauscht. Mit ihrer Freundin Naoko trifft sie sich hingegen persönlich. Gesprächsthema ist hier – wie bereits im ersten Teil – Naokos Hochzeit mit sich selbst.
Doch es gibt auch Veränderungen bei Akiko: Inzwischen hat sie ihren Job gekündigt und lebt planlos in den Tag hinein. Eigentlich möchte sie einen Roman schreiben, doch es fehlt ihr an Antrieb. Stattdessen macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater, der ihre Mutter verließ, als Naoko ein Jahr alt war.
Auch ihr Vater ist – wie nahezu alle Figuren im Roman – eine einsame, schwierige Person, die sich Akiko ausschließlich in Briefen öffnet.
Akiko bewegt sich weiterhin durch ein ereignisarmes Leben, das von vielen Grübeleien und unscheinbaren Ereignissen geprägt ist. Man kann diesen Erzählstil als ruhig bezeichnen; durch die zahlreichen inhaltlichen und thematischen Wiederholungen wirkt der zweite Band jedoch nicht ruhig, sondern eher langweilig. Zudem endet er mit einem kleinen Cliffhanger, der Akikos Reise in einem dritten Teil fortsetzt. Blickt man auf die ersten beiden Teile zurück, wirkt die Ausdehnung der Handlung auf drei Romane bereits jetzt etwas langatmig.



















