Matcha Tee am Montag ist die Fortsetzung zu Donnerstags im Café unter den Kirschbäumen. Nach dem Vorbild des ersten Bandes enthält dieses Buch wieder zwölf Kurzgeschichten rund um die Besucher des Cafés Marble.
Das Café Marble liegt an einem Fluss, der von Kirschblüten gesäumt ist. Der Anspruch des Inhabers, der „Master“ genannt wird, ist es, seinen Kunden nur den besten Kaffee zu servieren. Doch Master hat nun eine zusätzliche Geschäftsidee: Am Montag, dem Ruhetag, wird das Café Marble zum Café Matcha und serviert ausschließlich zwei Sorten grünen Tees.
So beginnt die erste der zwölf Geschichten, die jeweils in einem Monat des Jahres spielen, mit einer Kundin, die zufällig auf das Café Matcha stößt. Ausgehend von ihr beginnt – genau wie im ersten Band – ein Erzählreigen: Nach einem kurzen Schlaglicht auf die Situation einer Person richtet sich die nächste Kurzgeschichte auf eine Person in ihrem unmittelbaren Umfeld. So erzählt beispielsweise eine Geschichte, wie ein Mann im Café Marble Tee kaufen möchte, doch weil es geschlossen hat, in einem Unterwäschegeschäft landet. Die nächste Kurzgeschichte erzählt von der Frau, die in diesem Unterwäschegeschäft arbeitet. Über diesen Reigen – bis hin zu einer Kurzgeschichte aus der Perspektive einer Straßenkatze – gelangt die Handlung zum Schluss wieder zurück zum Café Matcha. Die erste Geschichte, die aus der Sicht einer jungen Frau erzählt wurde, wird nun aus der Sicht des Angestellten erzählt, der im Café Matcha arbeitet.
Bei insgesamt nur rund 300 Seiten sind die zwölf Geschichten entsprechend kurz. Oft geht es deshalb nur um kleine Dinge, die die einzelnen Figuren in diesem Moment beschäftigen. So fragt sich ein Antiquar, ob seine Frau wirklich glücklich mit ihm ist und eine junge Frau hadert damit, dass ihre Großmutter ihr keinen Freiraum lässt. Oft geschieht es jedoch, dass eine Figur in der Interaktion mit der Person, die in der nächsten Geschichte folgt, eine Lösung oder zumindest einen Denkanstoß für ihr Problem erhält.
Michiko Aoyama schafft so das Gefühl, dass alles miteinander verbunden und niemand allein ist. Im Buch selbst wird dies so ausgeführt:
„Diese Verbindungen erstreckten sich ins Unendliche – von dem Tag an, an dem wir auf die Welt kamen. Wenn mich die Hand eines Fremden bis hierher geleitet hatte, dann gab es sicher eine andere Hand davor, die sie geführt hatte.“
Matcha Tee am Montag von Michiko Aoyama, E-Book-Ausgabe
Trotz dieser gut durchdachten Gesamtkomposition gilt für Matcha Tee am Montag, was bereits für Donnerstags im Café unter den Kirschblüten galt: Der Klappentext suggeriert, dass sich alle Erzählungen des Buches stärker auf das Café Marble konzentrieren. Tatsächlich jedoch spielt ein Großteil der Geschichten nicht in Tokio, wo sich das Café befindet, sondern in Kyoto. Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte dies also vorab wissen, um nicht enttäuscht zu werden.




















