Im Deutschen Kaiserreich, noch dazu im Jahr 1871, kurz nach der Öffnung Japans, dürfte es wohl kaum Gelegenheiten für eine deutsch-japanische Liebesbeziehung gegeben haben. Wie solch eine Beziehung hätte aussehen können, erzählt eine zweiteilige Romanserie von Rosalie Schmidt.
Mit Die Frau im lila Rock wird erstmals ein Titel von Natsuko Imamura ins Deutsche übersetzt. 2019 wurde die Autorin für den Roman mit dem renommierten Akutagawa-Literaturpreis ausgezeichnet, die Pressestimmen auf dem Cover loben den Roman als „ebenso ungewöhnlich wie verführerisch“ oder „aufregend und mit feiner Ironie“.
Nach Geständnisse erscheint mit Schuldig ein weiterer Titel von der Erfolgsautorin Kanae Minato auf Deutsch. Während Minatos Deutschlanddebüt durch eine spannende, schnelllebige Story begeisterte, hat der Nachfolgetitel allerdings einige Längen.
In einem von der Welt vollkommen abgeschiedenen Bergdorf führen die Dorfbewohner ein einfaches, archaisches Leben. Geld hat keine Bedeutung, da keine Händler vorbeikommen, gegen deren Waren man es eintauschen könnte. Das Essen ist immer knapp und alle werden von dem Gedanken beherrscht, ob sie den Winter über genug zu essen haben. Die Alten müssen, sobald sie das 70. Lebensjahr erreicht haben, zum Sterben auf den Narayama-Berg gehen, um die Gemeinschaft zu entlasten.
„Die Kinder sind groß. Ihren Mann hat sie verabschiedet. Die Aufgaben, die die Welt ihr stellte, sind restlos erfüllt.“ (Zitat aus: Chisako Wakatake, Jeder geht für sich allein, S. 80)
Wenn es um Bücher über Japan geht, ist Andreas Neuenkirchen nicht mehr aus der Buchlandschaft wegzudenken. Neben einer Krimiserie hat er in den letzten Jahren bereits mehrere Bücher über sein Leben in Japan (z.B. Matjes mit Wasabi, Happy Tokio) verfasst.
Leichter Schwindel, das ist Mieko Kanai zufolge das Gefühl, das Hausfrauen befällt, die zu lange – oder sogar ihr ganzes Leben lang – in ihrem Hausfrauendasein gefangen sind: Sie kommen ins Grübeln über sich und ihr Leben, aber „nicht so herausragend, nicht so einschneidend, dass er [der Schwindel] bis in die Tiefen ihrer Existenz oder ihrer Seele vordringt, sondern ein Moment ist, in dem sie das Gefühl für sich selbst oder die eigenen Erinnerungen als etwas Frisches oder Neues“ empfinden (Zitat aus: Mieko Kanai, Leichter Schwindel, S. 174).
Das verborgene Leben der Farben erzählt die Geschichte einer großen Liebe zwischen einer Frau mit einem ganz besonderen Verhältnis zu Farben und einem Mann, der diese Farben nicht sehen kann.
Was würdest du tun, wenn deine Mutter schwer erkrankt ist und nur noch wenige Tage zu leben hat? Dich mit ganz Herzen um sie kümmern? Oder würdest du zu ihr auf Distanz gehen?
Vor Sumiko liegt eine aussichtsreiche Zukunft, denn sie hat gerade ihre Zulassung als Anwältin erhalten, einen Arbeitsvertrag in der Tasche und wird einmal die Kanzlei ihres Großvaters Yoshi übernehmen. Doch ein Anruf aus dem Gefängnis wirft sie 20 Jahre zurück, in das Jahr 1994.
Shūichi war schon als Kind ein Träumer und hatte Schwierigkeiten, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Nun ist er erwachsen und verarbeitet seine Träumereien in Kinderbüchern. Wie er jedoch den Tod seiner Mutter verarbeiten soll, weiß er noch nicht.
Der Held der See aus dem Jahr 1963 erschien in Deutschland erstmals unter dem Titel Der Seemann, der die See verriet im Jahr 1970. Nun wurde der Titel nach über 50 Jahren durch Ursula Gräfe neu übersetzt.