Welches Lehrbuch ist das Richtige?

Der große Japanisch-Lehrbuch-Vergleich


Verfasst am: 29. Januar 2011 von // Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2026

Viele stehen zu Beginn vor dem Problem, dass sie nicht wissen, welches der vielen Japanischlehrbücher am besten zu ihren individuellen Lernzielen passt. Hinzu kommt die Frage, ob es sich heutzutage überhaupt noch lohnt, mit einem Japanisch-Lehrbuch zu arbeiten, wenn man doch alles per App machen kann. Meine Erfahrung nach vielen Jahren des Japanischlernens ist: Trotz vieler hervorragender digitaler Hilfsmittel lohnt es sich, sich auch analog mit einem Lehrbuch auseinanderzusetzen. Im Laufe der Jahre habe ich viele verschiedene Lehrbücher ausprobiert – sei es in Japanischkursen, in denen das Lehrbuch vorgegeben war, oder zu Hause beim Selbstlernen. Diese Erfahrungen habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst, um dir dabei zu helfen, Fehlkäufe zu vermeiden.

1. Das richtige Lehrbuch für das richtige Lernziel

Wichtig bei der Auswahl des richten Lehrbuches ist zunächst, dass du dir klarmachst, wie du lernen möchtest und was dein Ziel sein soll. Das bedeutet, dass du dir folgende Fragen stellst:

Für all diese Lernziele und Lerntypen gibt es jeweils unterschiedliche Empfehlungen. Um die unterschiedlichen Lehrbücher, die hierfür aktuell auf dem Markt sind, besser vorzusortieren, habe ich die Lehrbücher deshalb in zunächst drei Kategorien verteilt und die Lehrbücher innerhalb dieser Kategorien jeweils verglichen.

2. Auswahl der Bücher in diesem Vergleich

Die Auswahl der Bücher in diesem Vergleich ist momentan (Stand: September 2026) noch nicht vollumfassend, wird aber laufend ergänzt. Momentan schließt sie die Bücher ein, die ich während meiner Japanischkurse selbst ausprobieren konnte oder die ich nachträglich ausführlich getestet habe. Die Auswahl der Bücher bezieht sich momentan allein auf deren Verfügbarkeit: Entweder habe ich die Bücher selbst gekauft oder in der Bibliothek ausgeliehen. Weitere Titel werde ich Schritt für Schritt ergänzen, sobald ich sie testen konnte.

3. Lehrbücher zum Hineinschnuppern

Japanisch lernen, ohne gleich einen vollständigen Sprachkurs zu beginnen? Die hier vorgestellten Bücher bieten einen unkomplizierten Einstieg in die japanische Sprache und laden dazu ein, erste Wörter, Wendungen und sprachliche Besonderheiten kennenzulernen. Dabei steht nicht der Anspruch im Vordergrund, am Ende fließend Japanisch zu sprechen. Vielmehr geht es darum, einen ersten Eindruck von der Sprache zu bekommen, neugierig zu werden und herauszufinden, ob Japanischlernen Spaß macht.

Japanisch, bitte

Japanisch, bitte richtet sich an diejenigen, die Japanisch in ihrer Freizeit erlernen und dies in Ruhe angehen möchten. Das Buch geht sehr behutsam vor: Während Genki und Minna no Nihongo die japanischen Silbenschriften schon fast voraussetzen, werden hier neue Hiragana Schritt für Schritt über mehrere Lektionen eingeführt. Das Buch setzt auf einem niedrigen Niveau an, was natürlich sehr schnell Erfolgserlebnisse bringt. Möchte man das Gelernte dann aber anwenden, stellt man fest, dass man noch lange nicht auch nur das nötigste beherrscht, um sich zu verständigen. Dies kann auf der anderen Seite wieder frustrierend sein.

Zielgruppe: Freizeitlernende
Schwierigkeitsgrad: Einfach
Optische Aufbereitung Sehr modern, Bild überwiegt jedoch Text
Grammatikerklärungen Neue Grammatik wird immer Stück für Stück vorgestellt, Erklärungen gibt es somit immer in kleinen, verträglichen Portionen
Abwechslungsreiche Aufgaben Es gibt unterschiedliche Aufgaben, manche davon sind aber doch etwas stupide, wenn die Anweisung beispielsweise heißt: Lesen sie mehrfach „Ii desu. Programer desu.“

Lernziele – was ist dir beim Lernen besonders wichtig?

Lesen lernen Sütck für Stück lernt man Hirgana, aber längere Texte wird man mit diesem Buch zunächst nicht lesen. Und längere Texte meint hier schon: Mehr als 3 Sätze.
Autodidaktisches Lernen: Ist sehr gut möglich, da das Buch eben so eine bedächtige Lerngeschwindigkeit ansetzt und jede Feinheit erklärt
Schnelles Lernen: Das Buch ist aufgelegt auf langsames Lernen/td>

4. Standard-Lehrbücher

Unter diese Kategorie sind alle Lehrbücher gefasst, die du auswählen kannst, wenn du kein spezielles Lerninteresse hast, sondern langfristig die japanische Sprache erlernen möchtest. Die Auswahl der Bücher in dieser Kategorie ist momentan noch nicht vollumfassend, wird aber laufend ergänzt. Momentan schließt sie die Bücher ein, die ich während meiner Japanischkurse selbst bereits testen konnte.

Genki Marugoto Japanisch im Sauseschritt Minna no Nihongo

Zum Buch

Zum Buch

Zum Buch

Zum Buch
Zielgruppe Vornehmlich Studenten Erwachsene Lernende Erwachsene Lernende Studenten, Berufstätige
Sprachversion Englisch Englisch, deutsche Erläuterungen kostenfrei als PDF Deutsch Grundbuch auf Japanisch, deutsche Übersetzung muss zusätzlich erworben werden
Sprachniveau
A1 A2 B1 B2 C1 C2
A1 A2 B1 B2 C1 C2
A1 A2 B1 B2 C1 C2
Hören
Sprechen
Lesen
Schreiben
Hiragana und Katanakan Werden ab Lektion 3 vorausgesetzt Werden ab der 10. Lektion vorausgesetzt Standardausgabe: ohne Hiragana und Katakana
Universitätsausgabe: mit Hiragana und Katakana
Werden vorausgesetzt
Kanji 145 Kanji im ersten Band 59 Kanji im ersten Band; eingeführte Kanji müssen vollständig beherrscht werden Standardausgabe: keine Kanji Kanji werden mit Lesehilfen verwendet, jedoch nicht aktiv gelernt
Lernformen Für das Lernen im Kurs konzipiert, bedingt für Autodidakten geeignet Für Autodidakten und das Lernen im Kurs geeignet Für das Lernen im Kurs bevorzug, aber auch an Autodidakten adressiert Lernen im Kurs, für Autodidakten gut geeignet
Vorteile – niedrigschwelliger Einstieg bei gleichzeitig angemessenem Schwierigkeitsgrad
– gutes didaktisches Konzept mit einem stressfreien Umgang mit der Sprache
– sehr gute grammatikalische Erklärungen
– modernes Lernkonzept
– modernes Layout
– abwechslungsreiche Übungen
– viele kostenlose Zusatzmaterialien
– einfache, nicht überfordernde Lernschritte
– fokussiert sich auf eine schnelle, praktische Sprachanwendung
Nachteile – Schreibübungen ausbaufähig
– Leseübungen (längerer Texte) ausbaufähig
– einfaches bis mittleres Lernniveau
– für einen Intensivkurs eventuell zu einfach
– langsames Lerntempo
– optische Gestaltung veraltet

5. Intensivkurse

Diese Bücher zeichnen sich durch ein insgesamt hohes und zügiges Lernniveau aus.

Grundkenntnisse Japanisch Japanisch Intensiv

Zum Buch

Zum Buch
Zielgruppe Nicht festgelegt Geschäftsleute vor einem Japanaufenthalt
Sprachniveau
A1 A2 B1 B2 C1 C2
A1 A2 B1 B2 C1 C2
Hören
Sprechen
Lesen
Schreiben
Hiragana und Katanakan Werden ab Lektion 4 vorausgesetzt Werden von Beginn an vorausgesetzt
Kanji 300 Kanji (schreiben und lesen), 295 Kanji (nur lesen) Kanji kommen im Text vor, werden aber nicht gelernt
Lernformen Für Autodidakten und das Lernen im Kurs geeignet Für Autodidakten nur bedingt geeignet
Vorteile – aufgrund seines hohen Anspruchs ein gutes Buch für Schnelllerner
– sehr gute grammatikalische Erklärungen
– viel Textmaterial und lange Dialoge zum Selbststudium
– Hiragana und Katakana werden vorausgesetzt
– gutes, forderndes Einstiegsniveau
Nachteile – optisch sehr funktional, fast ohne Bilder
– durch sein hohes Lernpensum eventuell überfordernd
– Grammatik zum Buch muss zusätzlich gekauft werden
– Übungsaufgaben sind auf ein Lernen im Kurs ausgelegt

6. Fazit

Die Lehrbücher, die aktuell erhältlich sind, sind fast alle zu empfehlen – wenn du weißt, wie du lernen willst.

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