Welches Lehrbuch ist das Richtige?



Welches Lehrbuch ist das Richtige?

Viele stehen zu Beginn vor dem Problem, dass sie nicht wissen, welches der vielen Japanischbücher für ihre individuellen Lernziele am besten geeignet ist. Um Fehlkäufe zu vermeiden, vergleichen wir die gängigsten Japanisch-Lehrbücher!

Das Lernziel ist entscheidend

Wichtig bei der Auswahl des richten Lehrbuches ist zunächst, dass man sich klar macht, was das Ziel sein soll und vor allem auch, wie man lernen und wie viel Zeit man aufwenden kann. Das beudetet: Lerne ich in einem Sprachkurs oder doch besser allein zu Hause (mit gegebenenfalls Privatunterricht)? Ist es mir besonders wichtig, schnell sprechen zu lernen, möchte ich japanische Bücher lesen können oder vor allem japanische Animes verstehen? Oder: Möchte ich einfach nur ein wenig zum Spaß in eine fremde Sprache hineinschnuppern? Für all diese Lernziele und Lerntypen gibt es am Ende des Vergleichs unterschiedliche Empfehlungen.

Auswahl der Bücher in diesem Japanisch-Lehrbuch-Vergleich

Die Auswahl der Bücher ist nicht vollumfassend, sondern schließt die Bücher ein, die ich während meiner Japanischkurse selbst ausprobiert habe. Nicht mit dabei – aber auf dem deutschen Markt ebenfalls wichtig – ist deshalb beispielsweise Japanisch im Sauseschritt. Dass solche Bücher nicht mit im Vergleich sind, bedeutet nicht, dass sie schlecht sind, sondern einfach nur, dass ich sie nicht ausreichend genug beurteilen kann, da ich sie selbst noch nicht in der Hand hatte.

Minna no Nihongo

japan_maerz_vorschau Das Lehrbuch Minna no Nihongo ist recht weit verbeitet und wird sowohl in Japan selbst als auch im Ausland für den Japanischunterricht eingesetzt. Es gibt ein Grundlehrbuch nur auf Japanisch, zu dem man sich dann die entsprechende Sprachversion mit Grammatikerklärungen und Übersetzungen dazukaufen kann. Dies bedeutet aber auch, dass man zum Buch immer noch ein zweites Buch hinzukaufen muss.

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Zusätzlich: Deutsche Sprachversion von Minna no Nihongo bei Amazon

Zielgruppe: Studenten, Berufstätige
Schwierigkeitsgrad: Kanji mit Lesehilfe, Hiragana und Katakana werden vorausgesetzt. Im Vergleich zu anderen Lehrbüchern ist die Anzahl der Vokabeln und der Lernaufwand relativ hoch.
Optische Aufbereitung Durch Bilder aufgelockert, insgesamt aber sehr schlicht gehalten und didaktisch nicht so anschauluch wie Genki.
Grammatikerklärungen Das Buch selbst ist auf Japanisch, Erklärungen auf Deutsch gibt es in einem Buch, das extra zu erwerben ist.
Abwechslungsreiche Aufgaben Es gibt wohl kein Lehrbuch, das stärker nach einem festen Schema verfährt. jede Lektion ist gleich geliedert, ebenso wie die Aufgaben.

Lernziele – was ist dir beim Lernen besonders wichtig?

Lesen lernen Es gibt kurze – am Anfang sehr kurze – Texte zum Lesenlernen, aber auch dieser Aspekt kommt vor. Das Kanjilernen bleibt aber außen vor.
Autodidaktisches Lernen: Die Aufgaben im Buch können auch alleine bewältigt werden, es gibt also kaum Gruppenaufgaben. Da die Strukturierung des Buches aber sehr monoton ist, gibt es beim Lernen wenig Abwechslungen. Für die kann im Unterricht ein Lehrer sorgen, beim Selbststudium muss man sich aber etwas einfallen lassen und oder einfach einen starken Willen haben, die Lektionen durchzuziehen.
Schnelles Lernen: Am besten vorher Hiragana und Katakana lernen. Dann funktioniert die Arbeit mit Minna no Nihongo von Beginn an gut und man kann das Lerntempo selbst bestimmen – je nachdem wie schnell man neue Vokabeln und Grammatik lernen möchte.

Genki

Genki Ein weiteres bekannte Lehrbuch, das ebenfalls international eingesetzt wird, ist Genki. Zwar ist Genki auf Englisch, sprachlich aber besonders einfach gestaltet, sodass alle, die Schulenglisch beherrschen, mit dem Buch gut klarkommen sollten. Insbesondere Erklärungen zur Grammatik sind erstaunlich einfach formuliert, das Buch insgesamt ist sehr abwechslungsreich gestaltet und mit vielen Bildern aufgelockert. Da es sowohl praktische Übungen als auch Schreibübungen enthält, ist zunächst kein weiteres Buch mehr nötig.

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Zielgruppe: Studenten
Schwierigkeitsgrad: Setzt ab der dritten Lektion voraus, dass man Hiragana und Katakana beherrscht
Optische Aufbereitung Sehr modern, abwechslungsreich und so gestaltet, dass die Optik das Lernen und begreifen unterstützt
Grammatikerklärungen In Englisch, aber einfach verständlich und im Buch direkt enthalten
Abwechslungsreiche Aufgaben Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich, es gibt auch viele Gruppenaufgaben

Lernziele – was ist dir beim Lernen besonders wichtig?

Lesen lernen Texte zum Lesenüben sind ein wichtiger Bestandteil – genau wie das Erlernen von Kanji ab bereits der dritten Lektion
Autodidaktisches Lernen: Durch die gute Aufbereitung des Stoffes ist auch das mit diesem Buch gut möglich, allerdings gibt es viele Gruppenaufgaben, die sich nicht ausführen lassen
Schnelles Lernen: Da Genki dazu zwingt, Hiragana und Katakana zu lernen, ermöglicht es einen schnellen Einstieg

Japanisch, bitte

Japanisch, bitte Japanisch, bitte richtet sich an diejenigen, die Japanisch in ihrer Freizeit erlernen und dies in Ruhe angehen möchten. Das Buch geht sehr behutsam vor: Während Genki und Minna no Nihongo die japanischen Silbenschriften schon fast voraussetzen, werden hier neue Hiragana Schritt für Schritt über mehrere Lektionen eingeführt. Das Buch setzt auf einem niedrigen Niveau an, was natürlich sehr schnell Erfolgserlebnisse bringt. Möchte man das Gelernte dann aber anwenden, stellt man fest, dass man noch lange nicht auch nur das nötigste beherrscht, um sich zu verständigen. Dies kann auf der anderen Seite wieder frustrierend sein.

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Zielgruppe: Freizeitlernende
Schwierigkeitsgrad: Einfach
Optische Aufbereitung Sehr modern, Bild überwiegt jedoch Text
Grammatikerklärungen Neue Grammatik wird immer Stück für Stück vorgestellt, Erklärungen gibt es somit immer in kleinen, verträglichen Portionen
Abwechslungsreiche Aufgaben Es gibt unterschiedliche Aufgaben, manche davon sind aber doch etwas stupide, wenn die Anweisung beispielsweise heißt: Lesen sie mehrfach „Ii desu. Programer desu.“

Lernziele – was ist dir beim Lernen besonders wichtig?

Lesen lernen Sütck für Stück lernt man Hirgana, aber längere Texte wird man mit diesem Buch zunächst nicht lesen. Und längere Texte meint hier schon: Mehr als 3 Sätze.
Autodidaktisches Lernen: Ist sehr gut möglich, da das Buch eben so eine bedächtige Lerngeschwindigkeit ansetzt und jede Feinheit erklärt
Schnelles Lernen: Das Buch ist aufgelegt auf langsames Lernen/td>

Verfasst am 29. Januar 2011 von

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Kommentare

  1. Habe mal in 2 Wochen Ferien den ersten Teil Minna no Nihongo durchgemacht. Die Aufgaben sind wirklich sehr langweilig, vor allem wenn man 1-2 Lektionen pro Tag durcharbeitet. Die Vokabeln die man lernt sind ganz in Ordnung und die Grammatik im Prinzip auch. Jedenfalls hatte ich eine gute Grundlage um mich danach durch Tae Kim’s Grammar Guide zu arbeiten (dessen Ansatz ich immer noch viel besser finde als den von Minna no Nihongo). Gut fande ich, dass im Zusatzmaterial auch immer noch verschiedene Themen wie z. B. Essen in einer kleinen Übersicht vorgestellt werden. Jetzt kenne immerhin auch die Namen von vielen komischen Meerestieren, die mir nicht einmal auf Deutsch bekannt waren 😀 Die optische Aufbereitung ist eher trist, da muss ich zustimmen. Den Schwierigkeitsgrad würde ich nicht unbedingt als hoch bewerten, habe allerdings auch keinen Vergleich zu den anderen Büchern. Preislich gesehen ist es auch eher negativ zu bewerten, da man sich das Buch und Zusatzmaterial kaufen sollte (wobei ich das Zusatzmaterial in englischer Sprache im Internet gefunden hatte und dann einfach ausgedruckt habe – vielleicht ein Tipp für diejenigen, die nach dem Kauf des Buches pleite sind ^_^)

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