Roppongi Ripper

Conbook , 352 Seiten, ISBN:978-3943176872

Roppongi Ripper

Vor einem Jahr debütierte Andreas Neuenkirchen mit dem unterhaltenden, humorvollen Japan-Krimi Yoyogi Park. Nun folgt der zweite Teil. Kann die Reihe das hohe Anfangsniveau halten?

Die neue Japan-Krimireihe auf dem deutschen Buchmarkt

Die Japan-Krimis um die Ermittlerin Yuka Sato waren von Anfang an als Reihe angelegt: Yoyogi Park spielt im Frühling, sein Nachfolger Roppongi Ripper nun passenderweise im Sommer. Und eine Reihe tut dem deutschen Buchmarkt ganz gut, zumal die letzte Krimireihe in deutscher Übersetzung schon seit einigen Jahren abgeschlossen ist. Hatte Yoyogi Park allerdings noch durch seinen Humor bestochen, scheint sein Nachfolgeband ein wenig ernster und gesetzter.

Ein Mord – wieder im Umfeld des Rotlichtmilieus

Neuenkirchens Krimi spielt auch dieses Mal wieder in der Vergnügungswelt Tokyos. Statt um Maid Cafés geht es aber dieses Mal um die nächtliche Vergnügungswelt: Eine Hostesse wird geköpft auf der Toilette eines Clubs aufgefunden – ausgerechnet von Yuka Satos bester Freundin Sam – die ebenfalls als Hostess arbeitet. Für ihre Freundin reißt Yuka, die nach dem ersten Mordfall ein kleiner Star im Polizeipräsidium ist, den Fall an sich. Gemeinsam mit ihrem dicklichen Kollegen Nishimura, der selbst in allem, was irgendwie etwas anrüchig ist, Kunde zu sein scheint, ermittelt sie im Stil, den auch Yoyogi Park auszeichnet: Zunächst scheint der Fall recht einfach und die Ermittlungen unspektakulär, mit der Zeit kommen aber neue Tote hinzu und Yuka gerät zunehmend unter Druck. Die Lösung ist dann schließlich aber eigentlich so offensichtlich, dass man sich fragt, warum Neuenkirchen seiner Ermittlerin nicht schon ehe einen Ermittlungserfolg zugesteht.

Vertrauter Stil

Insgesamt bleibt Neuenkirchen seinem Schreibstil treu. Der Roman liest sich nach wie vor flüssig, ist allerdings weniger humorvoll als Yoyogi Park. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch, denn auch die Ernsthaftigkeit passt gut zur Handlung – Charaktere wie der dickliche Nakashima, der heimlich ein kleiner Otaku zu sein scheint – sprechen für sich.

Hatte ich beim ersten Band auch noch Mordmotiv und Täterprofil als zu schwach kritisiert, so ist beides dieses Mal gegeben. Der Täter schreibt dieses Mal sogar Tagebuch, sodass auch seine Perspektive detailliert dargestellt wird. Was gibt es also zu kritisieren? Vielleicht Yukas Freundin Sam, die sich dieses Mal ausgesprochen dumm aufführt und als einzige Augenzeugin in Talkshows auftritt – und damit den Mörder provoziert und sich und Yuka in Gefahr bringt. Aber auch wenn mir diese Figur ausgesprochen unsympathisch ist, der Krimi selbst bleibt unterhaltsam.

Es geht weiter

Anders als im ersten Teil, bei dem vielleicht noch nicht klar war, ob die Reihe tatsächlich weiterentwickelt wird, werden in diesem Band viele Fäden aufgenommen, die nicht ganz zu Ende gesponnen werden. Diese aufzuzählen, würde zu viel von der Handlung in Roppongi Ripper vorwegnehmen, es scheint aber, als bereite Neuenkirchen direkt den Nachfolgeband vor. Es bleibt also spannend!

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